Der Krieg im Nahen Osten und die Turbulenzen an den Energiemärkten könnten schon bald direkt im Supermarkt ankommen. Laut dem Wiener Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) droht eine neue Welle steigender Lebensmittelpreise.

Der Krieg im Nahen Osten und die Turbulenzen an den Energiemärkten könnten schon bald direkt im Supermarkt ankommen. Laut dem Wiener Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) droht eine neue Welle steigender Lebensmittelpreise.
Wifo-Agrarökonom Franz Sinabell erklärte laut APA, dass steigende Energiepreise fast immer zu höheren Kosten in der Landwirtschaft führen. Besonders entscheidend dabei: der Spritpreis.
Denn ohne Diesel läuft in der Landwirtschaft kaum etwas – vom Traktor bis zur Ernte. Steigt der Ölpreis, verteuert sich in der Regel auch Gas. Beides wirkt sich direkt auf die Produktion von Lebensmitteln aus.
Hinzu kommt ein weiterer Effekt: Aus Getreide werden nicht nur Nahrungsmittel hergestellt, sondern auch Treibstoffe. Dadurch verstärken sich die Preisentwicklungen gegenseitig.
Nicht nur die Produktion, auch der Weg der Lebensmittel wird teurer. Transport, Verarbeitung und Lagerung benötigen große Mengen Energie.
Sinabell betont, dass sich die höheren Kosten durch die gesamte Kette ziehen – vom Mahlen über die Kühlung bis hin zur Lieferung in den Supermarkt.
Besonders angespannt ist die Lage bei Düngemitteln. Stickstoffdünger basiert größtenteils auf Erdgas und wird zu einem großen Teil im Nahen Osten produziert.
Durch die aktuellen Entwicklungen in der Region kommt es zu Engpässen und steigenden Preisen – ein weiterer Faktor, der Lebensmittel verteuern kann.
Wie stark die Preise steigen, ist laut Experten derzeit schwer abzuschätzen. Klar ist aber: Besonders Grundnahrungsmittel könnten betroffen sein.
Dazu zählen vor allem:
Sinabell geht davon aus, dass sich die Preissteigerungen „durch alle Produktkategorien“ ziehen könnten.
Auch Vertreter der Landwirtschaft warnen vor den Folgen. Bauernbund-Präsident Georg Strasser betonte laut APA, wie abhängig die Betriebe von stabilen Energiepreisen sind.
Ohne leistbaren Diesel und Dünger könnten Felder nicht bewirtschaftet und Lebensmittel nicht produziert werden. Daher fordert die Branche gezielte Entlastungen.
Trotz der angespannten Lage zeigt sich der Experte vorsichtig optimistisch. Ähnliche Situationen habe es bereits gegeben, aus denen man gelernt habe.
Seine Einschätzung: Es handle sich um einen „Ruckler“, nicht um eine dauerhafte Krise.
Für Konsumenten bedeutet das dennoch: Der nächste Preisschub im Supermarkt dürfte nicht lange auf sich warten lassen.
(APA/Red.)
