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BIP beendete im ersten Quartal Sinkflug

6-06-2025, 10:42

Österreich konnte in den ersten drei Monaten des Jahres einen - wenn auch geringen - Anstieg beim BIP verzeichnen.

Die heimische Wirtschaft hat in den ersten drei Monaten des Jahres ein Lebenszeichen von sich gegeben. Im Vergleich zum vierten Quartal 2024 gab es beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) einen minimalen Anstieg von 0,1 Prozent, zeigen am Freitag veröffentlichte Daten der Statistik Austria. Im Vergleich zum ersten Quartal 2024 liegt das reale BIP allerdings um 0,5 Prozent niedriger. Die Wirtschaftsleistung liegt damit deutlich unterhalb des bisherigen Höchststandes von 2022.

Das erste Quartal brachte damit den ersten Anstieg nach sieben negativen Quartalen. Dennoch befinde sich Österreich "weiterhin in einer konjunkturellen Phase mit geringer Wachstumsdynamik", heißt es im vierteljährlichen Austrian Economic Barometer. Vor allem die Industrie habe zum Anstieg des BIP beigetragen, deren Produktion im Vergleich zum Vorquartal um 1 Prozent zulegte. Auch die Öffentliche Verwaltung, Bildung und Gesundheitswesen legten real um 0,7 Prozent zu. Rückgänge gab es im Handel (−0,4 %), in der Gastronomie und Beherbergung (−2,6 %) und beim Verkehr (−1,7 %).

2025 Wirtschaftswachstum erwartet

Nach zwei Rezessionsjahren in Folge erwartet die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) für heuer wieder eine leichtes Wirtschaftswachstum. Die Notenbank rechnet mit einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 0,2 Prozent, nachdem sie im März noch ein Minus von 0,1 Prozent vorausgesagt hatte. In den beiden Jahren darauf soll das BIP-Wachstum laut OeNB auf 0,9 Prozent (2026) und 1,1 Prozent (2027) steigen, so die OeNB am Freitag.

Getragen würden die etwas besseren Aussichten von der zuletzt positiven Entwicklung bei der Industrieproduktion sowie von aufgehellten Vertrauensindizes. Für die kommenden Quartale sieht die Notenbank eine "weiterhin schwache, aber positive Dynamik". Mit ihrer BIP-Schätzung sind die Notenbanker optimistischer als das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) und das Institut für Höhere Studien (IHS). Bei ihrer jüngsten Prognose im März haben Wifo und IHS einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,3 bzw. 0,2 Prozent prognostiziert.

Trotz des leicht aufgehellten Ausblicks dämpfen weiterhin mehrere Faktoren die Wirtschaftsentwicklung. So werde das internationale Umfeld von der US-Zollpolitik belastet, heimische Unternehmen litten unter einem zunehmenden Verlust der preislichen Wettbewerbsfähigkeit und der private Konsum bleibe schwach. Budgetmaßnahmen der Regierung wie die Abschaffung des Klimabonus oder Steuererhöhungen würden die Konjunktur zusätzlich hemmen.

Inflation und Budget

Die Inflation wird mit 3,0 Prozent für 2025 auf einem erhöhten Niveau gesehen. Grund seien eine höhere Dienstleistungsinflation und gestiegene Energiepreise wegen ausgelaufener staatlicher Entlastungen wie der Strompreisbremse. Erst für 2026 rechnet die Notenbank mit einem Rückgang der Teuerung auf 1,8 Prozent, für 2027 wird wieder eine leichte Steigerung auf 2,1 Prozent erwartet.

Das Budgetdefizit dürfte trotz der Sparmaßnahmen der Regierung heuer deutlich über der Maastricht-Grenze von 3 Prozent bleiben. Für 2025 wird eine Verbesserung des Budgetsaldos auf minus 4,2 Prozent des BIP prognostiziert. 2026 wird eine weitere Verbesserung auf minus 3,8 Prozent des BIP erwartet. Für 2027 rechnet die OeNB wieder mit einer Verschlechterung des Budgetdefizits - unter der Annahme, dass die Regierung keine weiteren Konsolidierungsmaßnahmen trifft.

Die Notenbank weist auch darauf hin, dass der laufende Handelskonflikt mit den USA ein Risiko für die aktuelle Prognose darstelle. "Sollten die US-Zölle im Sommer steigen, könnte das BIP-Wachstum um insgesamt 1 Prozentpunkt schwächer ausfallen", schreibt die OeNB. Ebenso könnten weitere Sparmaßnahmen der Regierung oder geopolitische Spannungen die Aussichten negativ beeinflussen.

(APA/Red)

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