Historische Protestwelle in den USA: Mindestens acht Millionen Menschen demonstrieren landesweit gegen Präsident Donald Trump. Die Bewegung erreicht neue Regionen und sorgt teils für Spannungen und Festnahmen.
Millionen Menschen sind am Samstag, dem bislang größten "No Kings"-Aktionstag, in den USA gegen Präsident Donald Trump auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich schätzungsweise mindestens acht Millionen Menschen an mehr als 3300 Demonstrationen in allen 50 Bundesstaaten.
Palm Beach: Auch Kinder bei Protesten gegen Trump
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Proteste erreichen neue Dimension
Damit gilt die Bewegung als größte Protestwelle seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit vor rund 14 Monaten. Auffällig ist die geografische Entwicklung: Der Widerstand beschränkt sich nicht mehr auf liberale Metropolen.
Auch in traditionell republikanisch geprägten Bundesstaaten wie Idaho, Wyoming, Montana oder Utah meldeten Veranstalter eine starke Beteiligung. Rund zwei Drittel der Demonstrationen fanden in kleineren Städten und ländlichen Regionen statt.
Palm Beach: Anti-ICE-Proteste direkt bei Trumps Mar-a-Lago
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Kritik an Einwanderungspolitik
Ein zentraler Schauplatz war Saint Paul im Bundesstaat Minnesota. Dort richtete sich der Protest vor allem gegen die Einwanderungspolitik der Regierung sowie das Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE.
Viele Demonstrierende zeigten Bilder von zwei US-Bürgern, die laut Aktivisten im Jahr 2026 in Minneapolis bei Protesten von Einsatzkräften erschossen worden sein sollen. Diese Fälle haben die Mobilisierung zusätzlich verstärkt.
Für Aufmerksamkeit sorgte auch Musiker Bruce Springsteen, der bei einer Großkundgebung auftrat und einen eigens geschriebenen Protestsong präsentierte.
"No Kings" in Los Angeles: Demonstranten gegen ICE und Trump
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Zwischenfälle und Festnahmen gemeldet
Trotz überwiegend friedlicher Proteste kam es in mehreren Städten zu Zwischenfällen. In Dallas trafen Demonstrierende auf Gegendemonstranten. Nach Blockaden von Straßen kam es zu Rangeleien.
In Los Angeles meldeten Behörden Ausschreitungen rund um ein Bundesgebäude. Laut Heimatschutzministerium umstellten etwa 1000 Demonstrierende das Gebäude. Zwei Personen wurden festgenommen, nachdem sie Sicherheitskräfte mit Gegenständen attackiert haben sollen.
Los Angeles: Festnahme bei "No Kings"-Protest
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Nahe eines Bundesgefängnisses setzte die Polizei Tränengas ein, nachdem Gegenstände über einen Zaun geworfen worden waren. Weitere Festnahmen wurden bestätigt.
Polizei nimmt Demonstranten in L. A. fest
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Bewegung wird breiter und internationaler
Die "No Kings"-Bewegung versteht sich als Protest gegen eine aus Sicht der Teilnehmer autoritäre Regierungsführung. Bereits im Jahr 2025 hatten sich Millionen Menschen beteiligt.
Zusätzlichen Zulauf erhielten die Demonstrationen zuletzt durch Kritik am vor rund einem Monat begonnenen Krieg gegen den Iran, an dem die USA gemeinsam mit Israel beteiligt sind.
Auch international kam es zu Protesten, unter anderem in Amsterdam, Madrid und Rom.
Los Angeles: Proteste gegen Trump bei "No Kings"-Aktion
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Politische Auswirkungen offen
Ob die Proteste konkrete politische Folgen haben werden, ist derzeit unklar. Fest steht jedoch: Der Widerstand gegen Präsident Trump hat eine neue Größenordnung erreicht und ist längst in der Breite der Gesellschaft angekommen.
Palm Beach: Proteste mit Flaggen nahe Trumps Mar-a-Lago
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