Am Freitag findet in der Wiener Hofburg wieder der freiheitliche statt. Begleitet wird das Burschenschafter-Event auch heuer wieder von Protesten auf der Straße, es wurde zu zwei Demo-Zügen aufgerufen.

Am Freitag findet in der Wiener Hofburg wieder der freiheitliche statt. Begleitet wird das Burschenschafter-Event auch heuer wieder von Protesten auf der Straße, es wurde zu zwei Demo-Zügen aufgerufen.
Der Ball muss auch heuer ohne FPÖ-Obmann Herbert Kickl auskommen. Erwartet werden u.a. Nationalratspräsident Walter Rosenkranz und Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp. Aus SPÖ und Grünen kam scharfe Kritik an der Teilnahme von Rosenkranz, diese sei ein "grober Fehler".
Kritik an der Teilnahme von Nationalratspräsident Rosenkranz kam von SPÖ und Grünen: "Der Akademikerball steht seit Jahren für ein Milieu, das deutschnationales und rechtsextremes Gedankengut verharmlost. Wer als Nationalratspräsident eine überparteiliche und verbindende Rolle innehat, darf solchen Veranstaltungen nicht durch seine Anwesenheit Legitimität verleihen", sagte SPÖ-Erinnerungskultur-Sprecherin Sabine Schatz.
Sie verwies darauf, dass der Akademikerball unter Kritikern als internationale Vernetzungsplattform für die extreme Rechte gilt. "Die Teilnahme von Rosenkranz an der höchst umstrittenen Veranstaltung" ist laut Schatz ein "grober Fehler": "Während Rechtsextreme aus dem In- und Ausland dort anstoßen und Kontakte knüpfen, verleiht der Nationalratspräsident dem Ganzen durch seine Anwesenheit einen offiziellen Anstrich."
Ähnlich äußerten sich die Grünen: "Beim Akademikerball wird Rechtsextremismus im wahrsten Sinne des Wortes salonfähig gemacht. Die Veranstaltung ist seit jeher kein harmloser Tanzabend, sondern ein internationales Vernetzungstreffen von extremen Rechten, Neonazis und Anti-Demokraten", so Rechtsextremismussprecher Lukas Hammer.
Empört reagierte die FPÖ auf diese Kritik: "Dass die SPÖ-Abgeordnete Schatz und ihr grünes Pendant Hammer in die linksradikale Hetz- und Diffamierungskampagne gegen den Wiener Akademikerball einstimmen, offenbart nicht nur ihr bedenkliches Demokratieverständnis, sondern ist gerade in Zeiten linksextremistischer Gewalteskalation verantwortungslos", sagte FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker.
Er verwies darauf, dass vor wenigen Tagen in Lyon in Frankreich ein (rechtsextremer) Aktivist von einer Gruppe Vermummter - mutmaßliche Linksextremisten - zusammengeschlagen und mit Fußtritten traktiert wurde. Der 23-Jährige war am Samstag an den Folgen seiner schweren Kopfverletzung verstorben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Totschlags. Von Schatz und Hammer habe er dazu "kein einziges Wort des Bedauerns geschweige denn einen Aufruf zur Deeskalation in Richtung der linken Ballgegner-Demonstrationen gehört", so Hafenecker.
(APA/Red)
