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Gemeinderatswahl in St. Pölten: Am Sonntag wird es ernst

22-01-2026, 08:00

Die Gemeinderatswahl in St. Pölten steht unmittelbar bevor. Der Stimmzettel und die Zahl der Wahlberechtigten präsentieren sich heuer verändert. Insgesamt sieben Listen gehen an den Start.

In St. Pölten geht der kurze Gemeinderatswahlkampf ins Finale. Am Sonntag wird über die Neuverteilung der 42 Sitze im Rathaus entschieden. Die SPÖ hält seit 1965 die absolute Mehrheit, hat zuletzt 56,02 Prozent (25 Mandate) erreicht und wird zum fünften Mal von Bürgermeister Matthias Stadler angeführt. Alle Mitbewerber stellen neue Spitzenkandidaten. Sieben Listen treten an. Stimmberechtigt sind erstmals nur Personen mit Hauptwohnsitz in Niederösterreichs Landeshauptstadt.

Weniger Wahlberechtigte bei St. Pölten-Wahl

Demnach sind 44.063 St. Pöltner und St. Pöltnerinnen (2021: 46.621) zum Urnengang aufgerufen. Viele haben ihr Stimmrecht bereits mit Wahlkarten ausgeübt, von denen bis Mittwoch etwa 6.000 ausgestellt waren. Vor fünf Jahren - noch während der -Pandemie - war die damalige Rekordzahl von 12.598 beantragt worden. Die Wahlbeteiligung blieb mit 55,96 Prozent dennoch so gering wie nie zuvor und darf demnach als Sorgenkind angesehen werden.

Finanzen, Verkehr und Sicherheit waren die wichtigsten Themen im zu Ende gehenden Wahlkampf 2026. Die absolute Mehrheit zu brechen, nannte zudem die Mehrheit der Mitbewerber der SPÖ als Ziel.

Stadler amtiert seit 9. Juli 2004 als Bürgermeister. "St. Pölten soll das rote Herz Niederösterreichs bleiben", sagte er beim Auftakt in die Intensivphase des Wahlkampfs. Die "Absolute", die er ein weiteres Mal verteidigen will, sei eine "tolle Sache, weil man die Verantwortung zur Gänze übernimmt". Der Wahlkampf war mit dem Slogan "auf Stadler Art" ganz auf den Stadtchef zugeschnitten, der am 9. Februar 60 wird. Eine Bürgermeister-Direktwahl gibt es nicht.

Die ÖVP erreichte 2021 als zweitstärkste Kraft 22,74 Prozent und zehn Sitze. Florian Krumböck, Stadtrat und Landtagsabgeordneter, ist mit 34 Jahren der jüngste unter den Listenersten. Er will einen "Richtungswechsel" und daher "die absolute Mehrheit der SPÖ brechen". "Wir freuen uns über jeden Zuwachs", sagte er im Wahlkampf, erinnerte jedoch gleichzeitig daran, dass die Volkspartei auf Bundesebene heute in Umfragen um 17 Prozentpunkte schlechter liege als vor der Gemeinderatswahl 2021 an der Traisen.

Landbauer und Gewessler mit Unterstützung

Martin Antauer führt erstmals die Stadt-FPÖ an. Er ist als Landesrat ebenfalls in der Landespolitik tätig. Der 25. Jänner entscheide über weiter wie bisher oder Sicherheit, Ordnung und Gerechtigkeit, sagte der Freiheitliche beim Wahlkampfauftakt. Er erhielt nicht nur Unterstützung von Landesparteichef Landesvize Udo Landbauer, für den Antauer "ein hervorragender Bürgermeister" wäre, sondern zuletzt auch vom seit 2015 amtierenden Welser FPÖ-Stadtchef Andreas Rabl. St. Pöltens Freiheitliche mussten sich vor fünf Jahren nach einem Minus von 5,78 Prozentpunkten mit 8,92 Prozent und drei Mandaten begnügen.

Walter Heimerl-Lesnik, der mit der Listenzweiten Lisa-Maria Koban das "Spitzenduo" der Grünen bildet, ortet die "große Chance", stärker zu werden. Die absolute Mehrheit der SPÖ "wackelt" seiner Ansicht nach. Unterstützung im Wahlkampf gab es auch von oberster grüner Stelle. Es sei wichtig, dass die Landeshauptstadt "frischen Wind bekommt", sagte Parteichefin Leonore Gewessler. Auf die Grünen entfielen zuletzt 8,01 Prozent der Stimmen, gleichbedeutend mit drei Rathaussitzen.

NEOS-Spitzenkandidat Bernd Pinzer, Fraktionsdirektor im NÖ Landtag, sieht die Pinken auch in St. Pölten als Reform- und Kontrollkraft. 2021 bedeuteten 3,19 Prozent ein Mandat und den erstmaligen Einzug in den Gemeinderat der Landeshauptstadt. Damit es wieder klappt, wurde Pinzer im Wahlkampf nicht nur von Landesparteichefin Indra Collini, sondern auch vom Klubobmann im Parlament, Yannick Shetty, unterstützt.

Max Zirngast will die KPÖ erstmals seit 1982 wieder ins St. Pöltner Rathaus führen. Wahlkampfhilfe für den früheren Grazer Gemeinderat (2021 bis 2025) gab es von Elke Kahr, Bürgermeisterin der steirischen Landeshauptstadt, und vom Salzburger Stadtvize Kay-Michael Dankl. Mit 1,11 Prozent war die Partei 2021 an der Traisen ohne Mandat geblieben. Nicht zuletzt tritt am Sonntag die Liste Multikulturelle Gesellschaft - LMG an.

Stimmzettel für Gemeinderatswahl verändert

Vollständig neu gestaltet ist laut Rathausangaben der nun größere Stimmzettel in St. Pölten. Die Kandidatinnen und Kandidaten sind direkt unter den jeweiligen Parteien angeführt. Es dürfen bis zu fünf Vorzugsstimmen für Bewerber einer Liste vergeben werden. Dabei gilt das Prinzip "Name vor Partei".

(APA/Red)

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