Insgesamt mussten 12.900 Menschen im letzten Jahr das Land verlassen, wobei 46 Prozent davon nicht freiwillig gingen, so Innenminister Karner am Donnerstag.
"Man kann mit Fug und Recht behaupten, das letzte Jahr war das Jahr der Abschiebungen", lobte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) seine eigne Politik. Sobald das Aufenthaltsrecht entzogen wird, sei eine Ausreise erforderlich. Bei den durchgeführten 5.990 Abschiebungen lag der Fokus auf kriminellen Fällen, unterstrich der Innenminister. Obwohl die Mehrheit EU-Bürger sind, verzeichnet er auch in der Asylpolitik Fortschritte. Demnach wurde Österreich für Menschenhändler uninteressant.
Karner hob vor allem die mittlerweile 30 bilateralen Rückführungsabkommen mit anderen Staaten, jüngst etwa Bulgarien und Rumänien hervor. In diese werden Asylwerber abgeschoben, deren Herkunftsland als nicht sicher gilt. "Die Maßnahmen greifen", betonte Karner. Auch die Vizedirektorin des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl (BFA), Karoline Preißer, betonte die gute Kooperation. "Druck machen" will Karner weiterhin, dass auch in Staaten wie Syrien und Afghanistan abgeschoben werden kann.
Abschiebungen und eigenständige Abreisen vor Abschiebung, 2015-2023
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Auch die Asylzahlen für das vergangene Jahr wurden ein weiteres Mal präsentiert: 59.232 Anträge gab es im vergangenen Jahr, 47 Prozent weniger als 2022. Die mit Abstand größte Gruppe an Asylanträgen kam von syrischen Staatsbürgern. Das BFA entschied in insgesamt 78.741 Fällen, 19 Prozent (14.748) davon wurde Asyl gewährt, 8.430 Personen erhielten vorübergehenden Schutz oder humanitäres Bleiberecht. Dem stehen 24.391 (31 Prozent) negative Entscheidungen gegenüber, zudem gab es 31.172 Verfahrensentziehungen.