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Weltwassertag: Greenpeace präsentiert Plan gegen Wasserknappeit

21-03-2024, 10:35

Greenpeace präsentierte vor dem Weltwassertag am Freitag ein Maßnahmenbündel mit fünf Punkten zur Bekämpfung der Wassernot und übte Kritik an den entsprechenden Vorhaben von Wasserminister Totschnig.

Zur Behebung des Defizits wird ein Wasser-Verbrauchsregister für mehr Transparenz gefordert, des Weiteren sind Notfallpläne für von Trockenheit betroffene Gebiete und ein Reduktionsziel bis zum Jahr 2030 notwendig. Darüber hinaus wurde die Einrichtung eines Unterstützungsprogramms gegen Verschwendung und die Einführung einer Preisgestaltung für industrielle Unternehmen verlangt.

Greenpeace warnt vor Wasserknappheit durch Klimakrise

"Ausgetrocknete Seen und verdorrte Felder, wie wir sie schon letztes Jahr sehen konnten, sind nur ein erster Vorgeschmack", warnte Sebastian Theissing-Matei von Greenpeace Österreich. Im Sommer 2023 war der Zicksee in Burgenland komplett ausgetrocknet, und die Trockenheit verursachte in der Landwirtschaft Schäden in Höhe von 170 Millionen Euro. Eine Studie des Umweltbundesamtes, auf die eine NGO hinweist, prognostiziert eine Zunahme der Problematik: Bis zum Jahr 205 könnte Österreich durch die Klimakrise bis zu 23 Prozent weniger Grundwasser haben. Vor allem die Ostregion wird stark davon betroffen sein. Parallel dazu soll der Grundwasserverbrauch bis 205 um bis zu 16 Prozent steigen, was jährlich etwa 200 Milliarden Liter mehr entspricht.

Kritik von Greenpeace an Totschnig

Obwohl die Sachlage klar ist, zeigt sich ÖVP-Minister Totschnig nachlässig, indem sein "Trinkwassersicherungsplan" nicht eine einzige spezifische Maßnahme aufweist, die wirklich zur Verbesserung beitragen würde. Der Industriezweig, der in Österreich den meisten Wasser verbraucht, wird ebenso wie die Landwirtschaft völlig außer Acht gelassen. Totschnig sollte einen Plan präsentieren, der sowohl die Industrie als auch die Landwirtschaft einbezieht und die Wasserversorgung in Österreich gewährleistet, verlangte Theissing-Matei.

Fünf-Punkte-Plan von Greenpeace gegen Wasserknappheit in Österreich:

1) Transparenz durch Wasser-Melderegister: Die Bundesregierung muss ein digitales Melderegister für Wasserentnahmen durch Industrie, Landwirtschaft und Wasserversorger schaffen. Damit soll ersichtlich werden, wie viel Wasser in den einzelnen Bereichen tatsächlich verbraucht wird und wo sich die größten industriellen Wasserverbraucher Österreichs befinden. Das ist bisher nicht bekannt und wird etwa auch vom Niederösterreichischen Rechnungshof kritisiert.

2) Krisenpläne für besonders von Dürren bedrohte Regionen: Wissenschaftliche Prognosen zeigen klar, in welchen Regionen Österreichs es zukünftig öfter zu Wasserknappheit kommen wird. Die Bundesregierung muss für diese Regionen Wasser-Krisenpläne erstellen. Diese Pläne sollen im Fall von akuten Dürren klar vorgeben, wer (Industrie, Landwirtschaft, Haushalte) auf wie viel Wasser zugreifen darf.

3) Ziele für die Reduktion des Wasserverbrauchs bis 2030 festlegen: Die Bundesregierung muss den zukünftigen Wasserverbrauch in von Dürren bedrohten Regionen um bis zu zehn Prozent reduzieren. Die genauen Zielwerte, sowie die dafür notwendigen Maßnahmen müssen pro Region festgelegt werden. Dies kann zum Beispiel über wasserwirtschaftliche Regionalprogramme geschehen.

4) Förderprogramm gegen Wasserverschwendung: Die Bundesregierung muss ein Förderprogramm beschließen, um den Verbrauch von Wasser in Industrie und Gewerbe zu reduzieren und Wasserkreisläufe zu schließen.

5) Bepreisung der Wasserentnahme durch Industriebetriebe: Die Bundesregierung muss für die Wasserentnahmen durch Industriebetriebe eine Preis vorschreiben, wenn diese Auswirkungen auf die Wasserverfügbarkeit oder die Umwelt haben. Dies wird eigentlich bereits im Artikel 9 der EU-Wasserrahmenrichtlinie geregelt. Derzeit bezahlen Industriebetriebe in der Regel dennoch nichts für die direkte Entnahme des Allgemeinguts Wasser.

(APA/Red)

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