Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat angekündigt, den Streik bei Transdev, einem deutschen Eisenbahnunternehmen, am Freitag um 12.00 Uhr vorzeitig zu beenden. Züge der ÖBB werden ab Samstag wieder wie gewohnt von und nach Deutschland fahren.
Laut einem Sprecher der ÖBB wird sich aufgrund der Kooperation mit der Deutschen Bahn nichts an den Zugausfällen durch den Streik bei Transdev, dem zweitgrößten deutschen Bahn- und Busunternehmen, ändern. Der Streik bei der DB soll bis Freitag 18:00 Uhr anhalten.
Ab Samstag wird der Verkehr in Richtung Deutschland voraussichtlich wieder reibungslos verlaufen. Die Nachtzüge nach Amsterdam und Hamburg werden am Samstagabend wieder aufgenommen. Die ÖBB-Züge über das Deutsche Eck sowie die Züge der Westbahn waren nicht von dem Streik betroffen.
In Deutschland wird derzeit darauf hingearbeitet, wieder zum "business as usual" zurückzukehren. Transdev teilte am Freitag mit, dass seine Tochterunternehmen alles in ihrer Macht Stehende tun werden, um die Auswirkungen des Streiks so gering wie möglich zu halten und den Fahrgästen schnellstmöglich einen regulären Verkehrsbetrieb anzubieten. Das Unternehmen hat ein neues Angebot vorgelegt. Zu den von Transdev betriebenen Regionalbahnen gehören unter anderem Strecken in Nordrhein-Westfalen, im Nordwesten, in Sachsen und in Bayern.
Gemäß der Aussage des GDL-Chefs Claus Weselsky hat Transdev der Gewerkschaft schriftlich zugesichert, dass sie bereit sind, ernsthafte Verhandlungen über alle Hauptforderungen der aktuellen Tarifrunde zu führen. Ein Treffen wurde für Montag vereinbart. Ursprünglich sollte der mehrtägige Lokführerstreik bei Transdev bis Freitag um 18.00 Uhr andauern, ähnlich wie bei der Deutschen Bahn. Ob es bei der Deutschen Bahn zu einer vorzeitigen Beendigung kommt, ist derzeit nicht absehbar.
Die GDL hat als Hauptanliegen die Reduzierung der Arbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Sowohl die Bahn als auch Transdev haben dies bisher abgelehnt. Aus diesem Grund hatte die GDL die Verhandlungen mit beiden Unternehmen zuvor als gescheitert erklärt.