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Schriftstellerin Helena Adler ist tot

5-01-2024, 15:03

Eine der vielversprechendsten Stimmen der österreichischen Gegenwartsliteratur ist nicht mehr unter uns. Die österreichische Schriftstellering Helena Adler ist nach einer langen Krankheit in der Nacht auf Freitag in Salzburg verstorben, wie der Verlag Jung und Jung bestätigte.

Bereits im Juli musste die Salzburger Autorin Helena Adler aufgrund ihres gesundheitlichen Zustands ihre geplante Teilnahme am 47. Wettlesen um den Bachmann-Preis in Klagenfurt absagen.

Helena Adler Teil der österreichischen Antiheimatroman-Tradition

Stephanie Helena Prähauser wurde 1983 in Oberndorf bei Salzburg geboren und wuchs auf einem Bauernhof auf. In Salzburg absolvierte sie ein Studium der Germanistik, Psychologie, Philosophie und Malerei. Ursprünglich als bildende Künstlerin tätig, begann sie später literarische Werke zu veröffentlichen und war Mitbegründerin der Literatur-Werkstatt LiLoLa (Literatur-Lobby-Land). Um Verwechslungen mit ihrer Kollegin Teresa Präauer, die ebenfalls als Autorin und Künstlerin arbeitet, zu vermeiden, entschied sie sich dafür, den Künstlernamen Helena Adler anzunehmen.

Mit ihren ersten drei Romanen, "Die Infantin trägt den Scheitel links" (2020), "Fretten" (2022) und "Hertz 52" (2018), hat Adler im Jahr 2022 den Österreichischen Buchpreis erreicht. Sie veröffentlichte ihr Debüt "Hertz 52" im kleinen Arovell Verlag und erhielt für ihren zweiten Roman, der im Jahr 202 im Verlag Jung und Jung erschien, das mit 10.000 Euro dotierte Jahresstipendium des Landes Salzburg für Literatur. In "Die Infantin trägt den Scheitel links" beschäftigte sich Adler auf verspielte Weise mit dem bäuerlichen Nachwuchs und seinen Überlebensstrategien. Die Jury des Österreichischen Buchpreises bezeichnete das Buch als Teil der österreichischen Antiheimatroman-Tradition, jedoch mit einem neuartigen und noch nie zuvor gehörten Ton. Adler schaffte es bis in die Schlussrunde des Preises und wurde ebenfalls für den Deutschen Buchpreis (Longlist) sowie die Hotlist der unabhängigen Verlage nominiert.

Zwei Jahre darauf wurde "Fretten" veröffentlicht, welches sozusagen eine Fortsetzung darstellt. Mit diesem Buch gelang Adler nicht nur der Sprung an die Spitze der ORF-Bestenliste, sondern auch erneut in die Endrunde des Österreichischen Buchpreises. In "Fretten" wird das Drama der Pubertät und die Erfahrung der Selbstständigkeit erzählt, wobei der Fokus weniger auf der Narration liegt, sondern vielmehr auf Assoziationen und Alliterationen.

(APA/Red)

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