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Erneut hunderte Feuerwehreinsätze wegen Sturm in Österreich

23-12-2023, 10:35

Auch während der Nacht auf Samstag waren die Einsatzkräfte von Tirol bis Niederösterreich durch das Sturmtief "Zoltan" gefordert.

In Niederösterreich wurden die Helfer 130 Mal alarmiert, wie Franz Resperger vom NÖ-Feuerwehrlandeskommando mitteilte. In Oberösterreich waren 2.500 Feuerwehrleute bei 200 Einsätzen im Einsatz, während in Salzburg 1.400 Feuerwehrleute bei 240 Einsätzen aushelfen mussten. Es wurden zahlreiche Straßensperren und Murenabgänge in Tirol verzeichnet.

Durch Sturm entwurzelte Bäume bereiteten wieder Probleme

In Niederösterreich wurden Bäume, die entwurzelt oder auf Strom- und Telefonleitungen gestürzt waren, entfernt. Der Schwerpunkt der Aufräumarbeiten lag im Südwesten des Bundeslandes. Es gab jedoch keine Entwarnung, da in den Bergen teilweise eine hohe Lawinengefahr herrschte. Resperger berichtete von gefährlichen Situationen für die Helfer, da während der Schneidearbeiten auch Bäume in unmittelbarer Nähe der Einsatzstelle zu Boden stürzten. Zusätzlich zu dem Sturm gab es in vielen Regionen starke Niederschläge.

Am Samstagmorgen kollidierte ein Zug im Mostviertel mit einem Baum. Die Feuerwehr in Waidhofen a. d. Ybbs wurde benachrichtigt und entfernte das Hindernis. Eine Person wurde aus dem Zug evakuiert, blieb jedoch unverletzt. Das Bezirksfeuerwehrkommando Amstetten gab bekannt, dass die Lokalbahn aufgrund der Beschädigung der Gleise gesperrt werden musste. In Waidhofen a. d. Thaya im Waldviertel kam es laut Resperger zu einer gefährlichen Situation. Ein großer Baum stürzte auf die B36. Zwei Autofahrer konnten nicht rechtzeitig bremsen und fuhren mit ihren Autos unter dem Baum hindurch. Die Fahrzeuge wurden leicht beschädigt, aber die Fahrer blieben unverletzt. Bislang gibt es keine Berichte über Verletzte aus der Nacht auf Samstag.

Weiter keine Entwarnung wegen Sturm

Die Situation blieb weiterhin angespannt. Laut Resperger könne Entwarnung auch heute noch nicht gegeben werden. Die Helfer in Niederösterreich hatten somit weiterhin viel zu tun in den Tagen vor Weihnachten. Bereits von Donnerstagabend bis Freitagnachmittag mussten sie etwa 230 Einsätze bewältigen. In der Nacht zum Freitag gab es auch ein Todesopfer in der Region. Ein Baum stürzte in Klosterneuburg (Bezirk Tulln) um und riss einen Hochstand mit sich, auf dem sich ein Jäger befand. Leider kam für den 81-Jährigen jede Hilfe zu spät.

Ein Thema, das weiterhin relevant ist, ist die Lawinengefahr. In den Türnitzer und Ybbstaler Alpen, im Gippel-Göllergebiet sowie in der Rax-Schneeberggruppe wurde das Risiko oberhalb der Waldgrenze als hoch (Stufe 4 von 5) eingestuft. Unterhalb der Waldgrenze galt - genauso wie im Semmering-Wechselgebiet oberhalb der Waldgrenze - eine erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3). Laut dem Warndienst besteht weiterhin die Wahrscheinlichkeit spontaner Lockerschneelawinen aus steilen Fels- und Schrofengebieten aufgrund des vielen Neuschnees. Am Sonntag wird es voraussichtlich schnell wärmer, was bei höheren Lagen zu spontanen Schneebrettern führen könnte.

Hunderte Feuerwehreinsätze wegen Sturm in Salzburg und Oberösterreich

Die Sturmböen erreichten Geschwindigkeiten von etwa 100 km/h im besiedelten Gebiet. In Abtenau (Tennengau) wurden Messungen von 102 Stundenkilometern durchgeführt, während am Salzburger Flughafen eine Geschwindigkeit von 97 km/h registriert wurde. Diese Informationen stammen von einer Meteorologin von Geosphere Austria. Am stärksten von den Unwettern betroffen war in Salzburg der Norden des Landes. Dies schloss die Landeshauptstadt mit 18 Einsätzen ein, ebenso wie den Flachgau, wo 450 Helferinnen und Helfer zu über 70 Einsätzen gerufen wurden. Im Tennengau waren 315 Feuerwehrleute bei 80 verschiedenen Sturmschäden im Einsatz. Die Mehrheit der Einsätze betraf umgestürzte Bäume, aber es mussten auch mehrere Fahrzeuge geborgen und vereinzelt Objekte ausgepumpt werden. Zusätzlich kam es in Bischofshofen und St. Johann im Pongau zu Murenabgängen.

Im Bundesland Oberösterreich waren die Sturmeinsätze über das gesamte Gebiet verteilt, mit einer Häufung der Schäden im Alpenvorland und im nördlichen Mühlviertel. Insbesondere ab Mitternacht nahm der Sturm an Intensität zu und erreichte die erwarteten Geschwindigkeiten von 80 bis 100 km/h, was zu einer Zunahme der Feuerwehreinsätze führte. Die Hauptaufgaben bestanden darin, umgestürzte Bäume zu beseitigen, Verkehrswege freizumachen und abgedeckte Dächer abzudichten. In Schildorn (Bezirk Ried) brach ein Brand auf einem landwirtschaftlichen Anwesen aus, der von acht Feuerwehren bekämpft wurde. Aufgrund der starken Regenfälle mussten auch einige Keller ausgepumpt werden. Insgesamt waren rund 2.500 Helfer von 180 Feuerwehren an 200 verschiedenen Einsatzorten tätig.

Mure verschüttete Alpbacher Landesstraße in Reith

Einige kleine Dörfer in Tirol waren am Samstagmorgen nicht erreichbar. Zum Beispiel der Wintersportort Obergurgl im hinteren Ötztal sowie Kaisers, Bschlabs oder Gramais im Bezirk Reutte. Im Alpbachtal im Bezirk Kufstein wurde ein Auto von einem Erdrutsch erfasst, wobei der Fahrer leichte Verletzungen erlitt. Laut der Leitstelle wurden in der Nacht etwa 60 Einsätze durchgeführt.

Die Schäden durch Unwetter ereigneten sich über das gesamte Land verteilt und führten zu entwurzelten Bäumen und blockierten Straßen, wie die Tiroler Einsatzzentrale der APA mitteilte. Am Freitagabend wurde die Alpbacher Landesstraße (L5) in Reith auf einer Strecke von 15 Metern verschoben. Ein Auto wurde von einer Schlammlawine von der Straße geschoben und gegen einen Baum gedrückt. Dabei wurde der 25-jährige Fahrer aus Ungarn leicht verletzt, seine 21-jährige Beifahrerin blieb unversehrt. In Mötz (Bezirk Imst) musste ein Wohnhaus evakuiert werden, nachdem eine Schlammlawine auf die Terrasse des Hauses gelangt war. Auch in Wenns wurde eine Straße durch einen Hangrutsch unterspült. Aufgrund eines Felssturzes wurden in der Nacht auf Samstag in Mils bei Imst vier Wohnhäuser evakuiert. Ein Felsblock von etwa vier mal vier Metern durchbrach einen Schuppen und drückte einen Strommast um. Es gab keine Verletzten.

Lawinengefahr auf höher gelegenen Straßen

Wegen der aktuellen Wetterlage wurden einige höher gelegene Straßen aufgrund der Gefahr von Lawinen gesperrt. Dies betraf auch den Wintersportort Obergurgl im Ötztal, wie von der Verkehrspolizei bestätigt. Die Sperre war seit dem späten Freitagnachmittag in Kraft. An der Grenze zur Schweiz bei Pfuns war außerdem die B184 aufgrund eines Lawinenabgangs gesperrt, und auch das Pitztal war nach einem Erdrutsch zwischen Jerzens und Arzl nur eingeschränkt zugänglich. Eine Umleitung wurde eingerichtet. Im Bezirk Reutte waren die L267 zwischen Gramais und Häselgehr sowie die L268 zwischen Kaisers und Steeg aufgrund der Lawinengefahr gesperrt. Auch die Bschlaber Landesstraße konnte in einigen Abschnitten nicht befahren werden.

Nach den Schneefällen gab es in Kärnten zeitweise eine Kettenpflicht auf den höher gelegenen Bergstraßen wie der Katschbergstraße (B99) und der Passstraße (B95) über die Turracher Höhe zwischen Kärnten und der Steiermark. In der Obersteiermark und in der nördlichen Oststeiermark waren die Feuerwehren aufgrund von Neuschnee und starkem Wind in der Nacht auf Samstag gefordert. Es mussten Fahrzeuge geborgen und umgestürzte Bäume beseitigt werden, insbesondere in den Gebieten Bruck, Hartberg, Liezen, Mürzzuschlag und Weiz.

Keine Störungen gab es dagegen Samstagfrüh im Zugverkehr. Laut Streckeninfo der ÖBB kam es in Tirol zu keinen Unwetterschäden.

(APA/Red)

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