Die österreichische Bundesregierung hat kürzlich einen wichtigen Schritt zur Bekämpfung von Kinderarmut unternommen.
Im Ministerrat wurde der "Nationale Aktionsplan zur Umsetzung der europäischen Garantie für Kinder" verabschiedet. Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) erklärte, das Ziel des Plans sei es, die Zahl der von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffenen Kinder in Österreich bis 2030 zu halbieren. Der Plan umfasst mehr als 600 Projekte und Maßnahmen, von denen einige bereits existieren. Die Fortschritte sollen kontinuierlich bewertet werden.
Minister Rauch hob die Bedeutung sozialstaatlicher Absicherungen in Österreich hervor und betonte das Bestreben der Regierung, Menschen aus der Armut zu helfen. Er wies darauf hin, dass Maßnahmen gegen Kinderarmut nicht nur als Kosten, sondern als Chancen zu verstehen sind. In diesem Kontext verwies er auf bereits umgesetzte Initiativen wie die Valorisierung aller Sozial- und Familienleistungen und die 60 Euro Beihilfe für armutsgefährdete Kinder.
Rauch beschrieb den Nationalen Aktionsplan als "wirksame Strategie", um Kinderarmut zu bekämpfen und bessere Chancen für Kinder zu schaffen. Er betonte die Notwendigkeit, Kinder und Jugendliche in die Gesellschaft einzubinden: "Wir können es uns als Gemeinschaft nicht leisten, auf Kinder und Jugendliche zu verzichten, weil wir sie gesellschaftlich brauchen." Die Strategie wurde vom Sozialministerium in Zusammenarbeit mit dem Bundeskanzleramt und dem Bildungsministerium entwickelt.
Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm (ÖVP) unterstrich, dass Österreich bereits über ein umfassendes Netzwerk verfügt, um Armut zu bekämpfen. Der Nationale Aktionsplan ergänze dieses System. Plakolm informierte auch darüber, dass der Umsetzungsbericht der Jugendstrategie vom Ministerrat genehmigt wurde. Die Jugendstrategie, eine gemeinsame Aufgabe aller Ressorts, zielt darauf ab, das Bewusstsein zu stärken, dass Jugendpolitik eine Querschnittsmaterie ist. Insgesamt beinhaltet sie 35 Jugendziele mit 125 Maßnahmen.