Heinz Lederer, Leiter des SPÖ-"Freundeskreises" im ORF-Stiftungsrat, äußerte Bedenken hinsichtlich der Offenlegung von ORF-Spitzengehältern einer möglichen "Neiddebatte" und forderte eine Sondersitzung des Finanzausschusses.

Heinz Lederer, Leiter des SPÖ-"Freundeskreises" im ORF-Stiftungsrat, äußerte Bedenken hinsichtlich der Offenlegung von ORF-Spitzengehältern einer möglichen "Neiddebatte" und forderte eine Sondersitzung des Finanzausschusses.
Kürzlich wurden die Spitzenverdiener des ORF im Boulevard bekannt. Wenn man diesen Informationen Glauben schenkt, wird deutlich, dass ORF-Generaldirektor Roland Weißmann, der sein Gehalt auf rund 380.000 Euro brutto pro Jahr geschätzt hat, zwar zu den Topverdienern gehört, aber nicht an erster Stelle steht. Ob dies tatsächlich der Fall ist, wird sich erst bei der erstmaligen Veröffentlichung zeigen, sofern sie wie geplant erfolgt. Denn laut Medienberichten plant der ORF-Betriebsrat, gegen die namentliche Veröffentlichung vorzugehen.
Der ORF-Stiftungsrat Lederer fordert eine ernsthafte Debatte über die Gehälter und warnt davor, sie als Neiddebatte zu führen. Stattdessen sollte es um Transparenz gehen. Lederer ist der Meinung, dass niemand mehr verdienen sollte als der Generaldirektor. Er fordert die Geschäftsführung auf, im Sonderfinanzausschuss den Stiftungsräten offenzulegen, wie die Gehälter zusammengesetzt sind, insbesondere den Anteil, der erfolgsabhängig ist und laut Lederer grundsätzlich befürwortet wird. Lederer betont, dass es eine faire Bezahlung für geleistete Arbeit geben sollte. Zudem möchte er wissen, wie sich die Löhne beim ORF im Vergleich zu anderen öffentlich-rechtlichen Medienhäusern durchschnittlich verhalten. Anstatt die Gehälter mit Namen zu veröffentlichen, plädiert er dafür, sie nach Kategorien aufzuschlüsseln.
Zudem verlangte Lederer die Ergebnisse der von ORF-Chef Weißmann eingesetzten Ethikkommission. Diese Kommission beschäftigt sich mit Fragen zu den oft diskutierten Nebentätigkeiten im ORF. Weißmann kündigte an, dass ein Dokument der Ethikkommission zu Beginn des nächsten Jahres verfügbar sein wird und betonte die Bedeutung, dass der ORF auch in Bezug auf Transparenz und Corporate Governance eine Vorbildfunktion einnimmt.
Die FPÖ äußerte ihre Empörung über die laut Medienberichten kolportierten Spitzengehälter beim ORF. In einer Mitteilung erklärte der FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker, dass diese hohen Gehälter nicht gerechtfertigt seien und forderte eine Reduzierung der Gagen auf ein "verträgliches Maß".
(APA/Red)
