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Metaller-KV: Arbeitgeber werfen Gewerkschaft Streik für Besserverdiener vor

22-11-2023, 13:53

Die Arbeitgeber in der Metalltechnischen Industrie (FMTI) bezeichnen es als "grotesk", dass die Gewerkschaften streiken, um eine Erhöhung des Kollektivvertrags zu erreichen, obwohl bereits drei von vier Beschäftigten ein Lohnplus von 11,6 Prozent erhalten würden, wie es von der Industrie vorgeschlagen wurde.

"Die Arbeiter streiken für die Höherverdiener", so FMTI-Chefverhandler Stefan Ehrlich-Adám. Im Durchschnitt wird eine Lohnerhöhung von 8,2 Prozent angeboten, während für die unteren Beschäftigungsgruppen bis zu 12 Prozent angeboten werden.

Metaller-KV-Verhandlungen: Arbeitgeber setzen weiter auf Einmalzahlungen

Jedoch beinhalten diese Erhöhungen auch einmalige Zahlungen, welche von den Gewerkschaften abgelehnt werden, da sie in den kommenden Kollektivvertragsverhandlungen nicht relevant wären. Die genaue Anzahl der rund 135.000 Beschäftigten in der Metalltechnischen Industrie, die in die niedrigsten Einkommensgruppen fallen, wollte FMTI-Obmann Christian Knill heute vor Journalisten nicht näher erläutern. Das Angebot der Arbeitgeber, das Letztangebot nochmals zu verbessern, steht weiterhin zur Diskussion, sofern es Änderungen im Rahmenrecht gibt, wie etwa eine Verringerung der Überstundenzuschläge. Des Weiteren wird eine längere Berechnungsperiode als ein Jahr gewünscht, was in vielen anderen westeuropäischen Ländern durchaus üblich ist.

Arbeitgeber: Beschäftigte haben durch Streiks Lohneinbußen

"Wir treten den Streiks mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln entgegen. Jede Form von unzulässiger Behinderung oder Blockade wird zur Anzeige gebracht. Klar ist auch, dass die Streikenden für die Zeit der Arbeitsniederlegung keinen Lohn erhalten, dafür sind die Gewerkschaften zuständig.", so Eine Ehrlich-Adám zu den Streiks. Es werde auch kein Geld der Arbeitgeber für die bereits stattgefundenen Arbeitsniederlegungen geben. Auf jeden Fall hätten die Streikenden Lohneinbußen. "Das müssen die Gewerkschaften auch aktiv kommunizieren, damit die Beschäftigten keine böse Überraschung erleben, wenn am Ende des Monats die Lohnabrechnung kommt", betont Ehrlich-Adám.

Metaller-KV: Gewerkschaft reduzierte Forderung

Der FMTI ist immer bereit zu verhandeln, aber die Gewerkschaften PRO-GE und GPA haben erst am nächsten Donnerstag Zeit für die achte Gesprächsrunde zum KV 2024. Die Arbeitgeber haben bereits zehn Vorschläge vorgelegt, während die Arbeitnehmervertreter bisher nur zwei vorgebracht haben. Zuletzt hat die Gewerkschaft ihre Forderung nach einer Lohnerhöhung von 11,6 Prozent auf 10,6 Prozent reduziert.

Arbeitgeber kündigen Wohlstandsverlust an

Knill bedauerte, dass die Gewerkschaften seit mehr als acht Wochen eine Einigung blockieren und dabei vergessen, dass der Großteil des Einkommens der Metalltechnischen Industrie aus dem Ausland kommt, wo man in einem globalen Wettbewerb steht. Außerdem handelt es sich bei den 1.200 Betrieben in dieser Branche größtenteils um mittelständische Familienunternehmen, die nicht an der Börse notiert sind. Im ersten Halbjahr dieses Jahres gab es einen Rückgang der Produktivität um sechs Prozent, daher gibt es auch keinen Spielraum für einen Anstieg der Produktivität. "Wir müssen heuer alle einen geringen Wohlstandsverlust hinnehmen", meinte Knill und ergänzte: "Wir werden unsere Position durch Streiks nicht ändern." Die Arbeitgeber lehnten heute eine Verkürzung der Arbeitszeit ab, da auch dies Kosten verursachen würde. Knill ist skeptisch gegenüber Prognosen, die besagen, dass der Konjunkturtiefpunkt bereits überschritten sei, da die Auftragseingänge nicht darauf hindeuten.

Industrievereinigung fordert Kompromissbereitschaft

Auch der "Senat der Wirtschaft", der eng mit der Wirtschaft verbunden ist, hat heute seine Meinung geäußert. Obwohl die Reallöhne in den letzten beiden Jahren leicht gesunken sind, wurden diese Rückgänge durch Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung der Teuerung "mehr als aufgewogen". Die Industriellenvereinigung (IV) forderte heute "Kompromissbereitschaft seitens der Arbeitnehmerseite" ein.

(APA/Red)

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