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Tödtling-Musenbichler ist erste Präsidentin der Caritas

21-11-2023, 14:37

Nora Tödtling-Musenbichler wurde zur ersten Präsidentin der Caritas Österreich gewählt. Dies geschah bei der Vollversammlung der katholischen Hilfsorganisation am Dienstag in Götzis.

Die 40-jährige Caritasdirektorin der Steiermark und bisherige Caritas-Vizepräsidentin folgt auf Michael Landau, der sich nach zehn Jahren im Amt zurückzieht. Tödtling-Musenbichler ist die erste Frau an der Spitze der Caritas.

Nora Tödtling-Musenbichler wurde als Präsidentin der Caritas gewählt

Die Steirerin hatte zuvor zwischen 2010 und 2021 die Leitung und Koordination der VinziWerke Österreich inne und wurde 2022 zur Direktorin der Caritas Steiermark ernannt. Seit Ende des vergangenen Jahres war sie auch Vizepräsidentin der Caritas Österreich. Mit Tödtling-Musenbichler übernimmt erneut eine Laiin die Führung der katholischen Hilfsorganisation, nachdem Franz Küberl zwischen 1995 und 2013 bereits einmal ein Nicht-Geistlicher die Caritas geleitet hatte.

Alexander Bodmann, Caritasdirektor von Wien, wurde bei der Caritas-Vollversammlung zum neuen Vizepräsidenten der Caritas gewählt. Weitere Mitglieder des Präsidiums sind Melanie Balaskovics, Caritasdirektorin von Eisenstadt, und Walter Schmolly, Caritasdirektor von Feldkirch.

Michael Landau, der am Samstag seinen Rücktritt angekündigt hatte, bleibt noch bis Ende Jänner 2024 im Amt, bevor Nora Tödtling-Musenbichler offiziell übernimmt. Landau wird seine Funktion als Präsident der Caritas Europa weiterhin ausüben. Er lobte die Wahl von Tödtling-Musenbichler als "starkes, weibliches Zeichen für die Caritas nach innen wie nach außen".

Caritas hatte lange Tradition von Präsidenten aus dem Klerus

Die Caritas Österreich hatte zuvor eine lange Tradition von Präsidenten aus dem Klerus, wobei Jakob Weinbacher von 1947 bis 1952 der erste Präsident war, gefolgt von Prälat Hermann Pfeiffer (1952 bis 1964) und Prälat Leopold Ungar (1964 bis 1991). Es folgten Helmut Schüller (1991 bis 1995) und Franz Küberl (1995 bis 2013). 2013 übernahm Michael Landau das Amt als erster Laie in dieser Funktion.

Mit Nora Tödtling-Musenbichler übernimmt erstmals eine Frau die Führung der Caritas Österreich. Die 40-jährige Steierin, die jahrelang in der Obdachlosen-Hilfe tätig war, hat eine steile Karriere in der Caritas hingelegt. Erst vor zwei Jahren kam sie zur katholischen Hilfsorganisation, 2022 wurde sie Direktorin der Caritas Steiermark und im Dezember des Vorjahres auch Vize-Präsidentin der Caritas Österreich. Am Dienstag wurde Tödtling-Musenbichler nun zur Präsidentin gewählt.

Für frischen Wind in der größten karitativen Organisation Österreichs dürfte Tödtling-Musenbichler nicht nur dadurch sorgen, dass sie die erste Frau in diesem Amt in der Geschichte der Caritas ist. Mit ihr übernimmt nach der zehnjährigen Amtszeit des Pfarrers Michael Landau auch wieder eine Laiin. Eine Premiere in der Geschichte der katholischen Organisation ist das nicht, stand doch zwischen 1995 und 2013 mit Franz Küberl bereits einmal ein Nicht-Geistlicher an der Spitze der Caritas.

Tödtling-Musenbichler sorgt für frischen Wind

Die 1983 geborene Steierin zeigte bereits in ihrer Schulzeit großes soziales Engagement. In ihrem Gymnasium in Knittelfeld setzte sie sich für benachteiligte Schülerinnen und Schüler ein und organisierte für diese ein Lerncafé am Nachmittag. Für das Projekt wurde sie 1999 von der damaligen Landeshauptfrau Waltraud Klasnic (ÖVP) mit der Humanitas Medaille geehrt.

Aufmerksamkeit erregte das jugendliche Engagement auch beim bekannten Grazer Pfarrer Wolfgang Pucher, der sie für seine Vinzenzgemeinschaft Eggenberg - VinziWerke gewinnen konnte. Musenbichler studierte einige Semester Theologie, bevor sie den Lehrgang für Pastoralpsychologie absolvierte. Nebenbei engagierte sie sich im VinziDorf, einer Einrichtung für obdachlose Männer mit schwerer Suchterkrankung, wo sie von 2004 bis 2010 als stellvertretende Leiterin fungierte.

Im Jahr 2010 wurde Musenbichler Koordinatorin der VinziWerke Österreich. Bis zur ihrem Wechsel zu Caritas 2021 leitete sie als rechte Hand Puchers die von diesem gegründete Organisation, die in rund 40 Einrichtungen vor allem in der Steiermark, aber auch in Wien und Salzburg, armen und obdachlosen Menschen hilft.

Privat ist Tödtling-Musenbachers mit dem früheren Pfarrer Maximilian Tödtling verheiratet. Nach jahrelanger versteckter Beziehung legte der Leobner Dechant 2015 für sie sein Priesteramt zurück. 2017 folgte die Hochzeit.

(APA/Red)

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