Nachdem in theoretischen Ausbildungseinheiten viel Grundlagenwissen gefestigt und neue Techniken gelernt werden konnten, wurden in vier unterschiedlichen Szenarien vor allem Menschenrettungen an diesem Tag geübt.

Nachdem in theoretischen Ausbildungseinheiten viel Grundlagenwissen gefestigt und neue Techniken gelernt werden konnten, wurden in vier unterschiedlichen Szenarien vor allem Menschenrettungen an diesem Tag geübt.
Die Feuerwehrmitglieder wurden dabei in zwei Gruppen eingeteilt. Während eine Gruppe bei der Übungsdarstellung mitwirkte und die Einsatzbereitschaft stellte, wurde die zweite Gruppe als eingesetzte Mannschaft für die Übungsabarbeitung eingesetzt. Nach jeder Übung tauschten die Gruppen dann ihre Rollen. Für die Übungsdarstellung der vier Szenarien wurden 15 Liter Kunstblut und Fleisch, welches von der Firma Metro dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt wurde, eingesetzt. "Die Übungsdarsteller, welche bei den Stationen die Verletzten mimten, legten durchwegs oscarreife Vorstellungen hin", erklärte der für die Übungsdarstellung verantwortliche Florian Kandelsdorfer.
Szenario 1 startete um 9 Uhr: Ein Arbeiter ist beim Service einer Schneefräse mit seiner Hand in die Fräse gelangt und steckte dort fest. Der linke Unterarm wurde dabei arg zugerichtet. Die Feuerwehr wurde zur Menschenrettung zum Einsatzort beordert. Die Aufgabe der Feuerwehrmitglieder bei diesem Übungsszenario war, den Arbeiter so rasch als möglich aus seiner lebensbedrohlichen Situation zu befreien. Dabei wurde mit einer Rettungsplattform die Arbeitsfläche für die Rettungskräfte geschaffen, Während der Übungsdarsteller seiner Verletzung entsprechend die Einsatzkräfte forderte, musste der Arm befreit werden. Feuerwehrmitglied Alexander Michalitz stellte seinen Firmensitz als Übungsort zur Verfügung.
Das zweite Szenario wurde am Gelände der Pfadfinder-Gruppe Wiener Neustadt 2 vorbereitet. Ein Arbeiter ist von einem Dach gestürzt und von einem herabfallenden Baustahlstück gepfählt worden. Der Arbeiter kam auf einer Terasse zu liegen und musste mit der Teleskopmastbühne gerettet werden. "Hier war das Hauptaugenmerk auf der Koordination der Kräfte auf der Terasse und jenen am Boden sowie die Schaffung von Platz für die Fahrzeuge der Feuerwehr und der nachrückenden Rettungskräfte. Der Einsatzleiter musste mit aufgeregten Angehörigen und Kollegen sowie der Rettung eines lebensgefährlich Verletzten umgehen. Hier war die schonende, aber schnelle Rettung im Vordergrund", erklärt Übungsleiter Sigmund Spitzer.
Das nächste Szenario führte die Einsatzkräfte zur Firma Odörfer. Auf einer Laderampe verlor der Lenker eines Fahrzeuges die Herrschaft über seinen Pkw und fuhr einen Arbeiter nieder, klemmte diesen zwischen einer Palette und dem Pkw ein und wurde selbst im Fahrzeug verletzt. Der Pkw begann zu rauchen und ein Stahlträger, simuliert durch ein Kantholz, kam auf dem Pkw zum Liegen. Neben der Brandbekämpfung war auch auf dieser Station natürlich die Menschenrettung im Vordergrund. Unterstützt wurden die Feuerwehrmitglieder ab dem Nachmittag von der Feuerwehrjugendgruppe, welche - wie die Großen - in die Vorbereitungs- und Einsatztätigkeiten eingebunden wurden. "Die Herausforderung war, den Pkw vom eingeklemmten Arbeiter zu bewegen, während das Fahrzeug von dem Stahlträger eigentlich fixiert wurde", so Spitzer. Die schnelle Rettung vom Arbeiter und die schonende Befreiung des Lenkers wurden mit gewohnter Professionalität durchgeführt werden.
Direkt danach rückten die Kräfte zum Gelände der Firma Uhl-Bau aus. Auf dem Stellplatz des Bauunternehmens wurde ein Arbeiter mit dem Unterschenkel unter einem Container beim Abladen eingeklemmt.
Parallel dazu wurde die Feuerwehrjugend am Gelände zu einer Personensuche nach einem abgängigen Arbeiter eingesetzt. Sie fanden den durch eine Puppe dargestellten Abgängigen unter einer umgestürzten großen Kabeltrommel. Die Feuerwehrjugend übernahm eigenständig dieses Szenario unter der Leitung des Gruppenkommandanten der Feuerwehrjugend, Florian Spitzer, begleitet und beaufsichtigt von den aktiven Einsatzkräften. Dabei mussten die Feuerwehrjugendkräfte selbst die Entscheidungen treffen und auch die Geräte einsetzen.
Das Resümee der Übung war durchwegs positiv: "Übungen sind da, um aus Fehlern zu lernen und diese im Einsatz zu vermeiden. Wir konnten einige wenige Mängel erkennen und, in den nach jedem Szenario durchgeführten Besprechungen, aufarbeiten. Diese Art der Übung soll beispielgebend für die Zukunft der Ausbildung in der Feuerwehr Wiener Neustadt sein. Der Tag zeigte, dass wir - durch viel Ausbildung und Einsatzerfahrung - auf hohem Niveau bereits arbeiten und durch solche Übungslagen unsere Kenntnisse sowie Fähigkeiten weiter schärfen können", so Spitzer im Nachgang zur Übung.
Parallel mussten die Feuerwehrmitglieder einen durch Wind umgestürzten Bauzaun von einer Straße bewegen und ein defektes Eckventil in einer Wohnung, aus welchem Wasser auslief, gesichert. Ein weiterer Einsatz konnte auf der Anfahrt der Kräfte bereits storniert werden.
(Red)
