Am Sonntagabend erlebten die Bewohner des Waldviertels ein seltenes Naturschauspiel: Polarlichter färbten den Himmel leuchtend rot.
Das Phänomen ist normalerweise in den Polarregionen beheimatet, findet zuletzt aber immer öfter auch seinen Weg nach Mitteleuropa. Auf Facebook teilten mehrere User Fotos des roten Himmelsspektakels, das gegen 18.00 Uhr im Waldviertel beobachtet werden konnte.
Polarlichter entstehen durch geladene Teilchen des Sonnenwinds, die auf die Erdatmosphäre treffen und für gewöhnlich in höheren Breitengraden zu sehen sind. Doch unter bestimmten Bedingungen können sie auch in niedrigeren Breitengraden gesichtet werden.
Die grüne Farbe, die am häufigsten mit Polarlichtern assoziiert wird, entsteht durch den Kontakt mit Sauerstoffmolekülen in etwa 100 Kilometern Höhe. Rote Polarlichter hingegen entstehen ebenfalls durch Wechselwirkungen mit Sauerstoff, jedoch in höheren Schichten der Atmosphäre, etwa ab 200 Kilometern Höhe. Die seltene rote Färbung resultiert aus einem anderen, langsamer ablaufenden Übergang der Energiezustände des Sauerstoffs. Auch Stickstoffmoleküle können durch die Sonnenpartikel angeregt werden und erzeugen oftmals blaue oder violette Farbtöne.