Nach der Halloween-Nacht verzeichnete die Linzer Polizei mehrere Zwischenfälle im Zusammenhang mit Pyrotechnik, einige kurzzeitige Festnahmen und Anzeigen sowie einen Vorfall, bei dem ein Auto möglicherweise durch einen Böller in Brand geraten war.
Dies berichtete Stadtpolizeikommandant Karl Pogutter am Mittwochfrüh gegenüber der APA. Im Vergleich zu den Ausschreitungen im Vorjahr sei die Lage jedoch "nicht vergleichbar" gewesen. Die Vorfälle konzentrierten sich hauptsächlich auf den Linzer Süden, während es auf der Landstraße im Zentrum ruhig blieb.
Aufgrund der Ausschreitungen in der Halloween-Nacht des Vorjahres in der Linzer Innenstadt hatte die Polizei ihre Präsenz in den drei Statutarstädten Linz, Wels und Steyr verstärkt. Zur umfassenden Beweissicherung wurden Drohnen, Kameras und Körperkameras eingesetzt. Die verstärkte Präsenz war insbesondere auf der Landstraße, wo die Krawalle im Vorjahr stattgefunden hatten, zu beobachten - und offenbar wirkungsvoll. Denn laut Pogutter gab es dort "nicht einmal Böller".
Die Polizei hatte jedoch mehr zu tun im Linzer Süden, wo Jugendliche in Parks Böller zündeten. Es kam zu einigen kurzzeitigen Festnahmen wegen Ordnungsstörung, Personendurchsuchungen und zahlreichen Anzeigen nach dem Pyrotechnikgesetz sowie einigen Verkehrsanzeigen. Zudem wurden Böller mit einem Netto-Sprengstoffgehalt von 600 Gramm sichergestellt. Ein Autobrand könnte auf Pyrotechnik zurückzuführen sein, wobei eine Fahndung nach möglichen Tätern ergebnislos verlief. In der Leonfeldnerstraße im Norden der Stadt wurde ein Mistkübel durch Böller gesprengt, es gab jedoch keine Attacken auf Polizisten oder Passanten.
Im vergangenen Jahr hatte ein Jugendlicher ein Video veröffentlicht, das die flashmobartigen Ausschreitungen anheizte. Dabei wurden Parallelen zum Spielfilm "Athena" gezogen, der Straßenschlachten und Polizeigewalt in einer französischen Vorstadt zeigt. Tatsächlich kam es in der Linzer Innenstadt zu Krawallen von Jugendlichen, überwiegend mit Migrationshintergrund. Dabei wurden Beamte mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen. In der Folge gab es 25 strafrechtliche Verurteilungen, wobei die Rädelsführer teilweise bedingte oder teilbedingte Haftstrafen erhielten. Zudem wurden laut Polizei 200 "empfindliche" Verwaltungsstrafen verhängt.