Am Freitag, bis zum Stand von 10.00 Uhr, brachte der angekündigte stürmische Südföhn am Tiroler Patscherkofel Windspitzen von bis zu 170 km/h mit sich.

Am Freitag, bis zum Stand von 10.00 Uhr, brachte der angekündigte stürmische Südföhn am Tiroler Patscherkofel Windspitzen von bis zu 170 km/h mit sich.
In Teilen von Tirol wurde von Geosphere Austria (früher ZAMG) auch die dritthöchste Warnstufe "Orange" ausgerufen. In den Hohen Tauern bei der Rudolfshütte in Salzburg wurden Windgeschwindigkeiten von 138 km/h gemessen, während es am Sonnwendstein beim Semmering in Niederösterreich zu Spitzen von 132 km/h kam. In einigen Regionen Westösterreichs führte der Sturm dazu, dass Dächer abgedeckt wurden und Bäume umstürzten.

Geosphere berichtete, dass auf vielen Berggipfeln orkanartige Böen von über 120 km/h, teilweise sogar über 150 km/h, auftraten. In den Tälern waren Windgeschwindigkeiten von 60 bis 80 km/h weit verbreitet, stellenweise sogar über 100 km/h. Besonders in den traditionellen Föhnschneisen, wie etwa vom Wipptal in Tirol bis zu den Tälern der östlichen Tauern wie dem Gasteinertal in Salzburg, wurden Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h gemessen. Im Tal lag Kolm Saigurn am Fuße des Sonnblicks in Salzburg bei 101 km/h.
Der starke Föhnwind sorgte in Vorarlberg für viel Arbeit bei den Einsatzkräften. Die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) verzeichnete am Vormittag 75 Einsätze, hauptsächlich im Großraum Feldkirch. Die Einsatzkräfte waren damit beschäftigt, umgeknickte Bäume von Straßen und Stromleitungen zu entfernen, und es kam zu Dachschäden. In Rankweil (Bezirk Feldkirch) musste eine Waldkindergarten-Gruppe in Sicherheit gebracht werden, da ein Baum neben dem Kindergarten umstürzte. Die Kinder blieben unverletzt. Es wurden auch vereinzelte Feuerwehreinsätze in Salzburg und Kärnten gemeldet.
Der Zugverkehr wurde ebenfalls beeinträchtigt. In Vorarlberg wurde die Bahnstrecke Feldkirch - Buchs unterbrochen, da Bäume auf die Oberleitung fielen. Unwetterbedingt gab es auch Blockaden auf der Strecke Bregenz-Lauterach sowie in Tirol auf der Brennerstrecke bei Steinach. Die Reparaturarbeiten werden voraussichtlich bis in den Nachmittag dauern, wie ein Sprecher der ÖBB am Mittag mitteilte. Für diese Strecken wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet, und Fahrgäste sollten sich auf weitere mögliche Störungen einstellen.
Der Föhn wird am Freitag im Laufe des Vormittags stärker, erreicht am Nachmittag seinen Höhepunkt und wird am Abend dann allmählich schwächer. Laut Geosphere handelt es sich um eines der stärksten Föhnereignisse der vergangenen Jahre. Bei derartigen Windgeschwindigkeiten können Äste abbrechen und Bäume umstürzen, wodurch auch Probleme auf Straßen und Bahnverbindungen sowie in der Stromversorgung möglich sind.
Warnungen für jede Gemeinde Österreichs sind frei zugänglich auf
(APA/Red)
