Die Grünen in Niederösterreich und die Gewerkschaft "younion" haben am Dienstag erneut vor möglichen Verschlechterungen durch ein geplantes Dienstrecht für Musikschulen gewarnt. Georg Ecker, Mitglied des Landtags, forderte in einer Pressekonferenz Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) auf, den Entwurf des neuen Dienstrechts zu überdenken und Verhandlungen auf gleicher Augenhöhe einzuleiten. Er sieht die Musikschulen im Land als gefährdet an.
Die Dienstrechtsnovelle für Gemeindemitarbeiter, die auch Musikschullehrkräfte betrifft, befindet sich derzeit in Begutachtung. In Kraft treten sollen die Änderungen mit Anfang 2025. Martina Glatz von der Daseinsgewerkschaft "younion" verwies laut Aussendung auf eine kürzlich durchgeführte Umfrage unter 1.500 Musikschullehrkräften, wonach zwei Drittel erwägen, unter dem neuen Dienstrecht nicht mehr in Niederösterreich zu unterrichten. Als Kritikpunkte nannte sie etwa eine längere Dienstzeit durch verpflichtende Pausen, die Abschaffung des Fahrtkostenzuschusses, eine Verschlechterung bei der dienstlichen Einstufung und Verwendung sowie eine Neigung zu vermehrtem Gruppenunterricht. "Zudem ist geplant, immer mehr Musikschulen zu Verbänden zusammenzuschließen - alles Maßnahmen, die den Beruf zunehmend unattraktiv gestalten", erklärte die Vorsitzende des NÖ Musikschulausschusses.
Ecker bezeichnete das geplante Dienstrecht und die Umfrageergebnisse als "beunruhigend" und betonte: "Musikschulen erfüllen in Niederösterreich eine zentrale Rolle, indem sie als Fundament der Musikszene des Bundeslandes fungieren."
Die Hochschüler_innenschaft an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien forderte in einem schriftlichen Statement "eine der Professionalität unserer Studierenden entsprechende Vergütung, Wertschätzung der musikpädagogischen Ausbildung sowie der Ausbildungsdauer". Mit dem Dienstrechtsentwurf, "der Jobunsicherheit verspricht und keine kompetenzgerechte Entlohnung abbildet, sind wir nicht zufrieden".
In einem Offenen Brief an die Landesregierung und den NÖ Gemeindebund hatten die Studierendenvertreter und der Musikschulausschuss NÖ im September vor "maßgeblichen Verschlechterungen" gewarnt. Eine Petition zur grundlegenden Überarbeitung des Entwurfs hat inzwischen mehr als 10.000 Unterstützer. Der NÖ Gemeindebund hatte zuletzt seine Dialogbereitschaft betont. Es gehe darum, "Musikschulen auch langfristig mit hoher Qualität führen zu können", erklärte Präsident Hannes Pressl.