Die Grünen zogen am Mittwochabend im Palais Epstein gemeinsam mit beteiligten Organisationen Bilanz zum Anti-Terror-Paket.
Nach dem Terroranschlag vom 2. November 2020 in Wien wurden nicht nur Gesetze verschärft, sondern von der Bundesregierung auch 8 Mio. Euro jährlich für Extremismusprävention vorgesehen. Im Vorfeld zogen die grünen Mandatarinnen Sibylle Hamann und Faika El-Nagashi eine positive Bilanz.
Was damals zumindest bis zum Ende der Legislaturperiode mit der ÖVP ausverhandelt wurde, sei jeden Tag wirksam, unterstrich Hamann am Mittwoch vor Journalisten. Das Geld fließt unter anderem in Traumatherapie, soziale Maßnahmen, in den Sport- und den Bildungsbereich - und es könnte auch noch mehr sein, wie El-Nagashi meinte.
Laut
der grünen Integrationssprecherin geht es um systematische
Extremismusprävention und das Erkennen von Radikalisierungstendenzen.
Dabei seien Muster erkennbar: Einerseits gehe es um Ausgrenzungs-,
Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen der Betroffenen, andererseits
vor allem um junge Menschen, die auf der Suche nach
Orientierung, Anerkennung und Sinn seien. Und auch die Gruppendynamik
wirke, wenn es darum gehe, einen Platz in der Gesellschaft zu finden. An
diesen Punkten setzten extremistische Ideologien an, um
Identifikationsangebote zu setzen, so El-Nagashi.
Die Präventionsprogramme zielen nach
Angaben der Grünen genau darauf ab. Man versuche, Resilienz zu stärken
und die Gewaltspirale zu durchbrechen, etwa in der Arbeit mit schwerst
traumatisierten Kriegs- und Folterüberlebenden. Hier werde das bei der
Asylkoordination angesiedelte "Reset"-Netzwerk tätig. Mit dem Thema
Zugehörigkeit befasse sich etwa der Verein "Stimm*Raum" in der Arbeit
mit tschetschenischen Jugendlichen, und das gesellschaftliche
Miteinander stehe unter anderem bei "fairplay" im Sportbereich im
Mittelpunkt, wo man sich gegen menschenfeindliche Ideologien wende.
Dazu,
so Hamann, kommt der schulische Bereich, in den rund die Hälfte des
Präventionsbudgets fließt. Hier gibt es Workshops für Kinder und
Jugendliche. Insgesamt 85.000 Schüler sämtlicher Schultypen habe man
bereits erreicht.
Ob die Programme auch über 2024 hinaus bestehen bleiben, ist nach Angaben der grünen Mandatarinnen offen. Erfolgreich seien sie jedenfalls, meinten sie unter Verweis auf die gute Buchung der Workshops und die langen Wartelisten für Therapieplätze. Doch auch Verbesserungspotenzial gebe es: Einerseits sollte der Online-Radikalisierung noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, andererseits gehöre der Zugang zu Förderungen für kleine Initiativen erleichtert, hieß es.