Die ÖVP in der Bundesregierung will trotz Rufen aus der eigenen Partei nach einer Aussetzung an der beschlossenen höheren CO2-Bepreisung festhalten.
Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm (ÖVP) erteilte der Forderung der schwarz-blauen Koalition in Niederösterreich am Samstag in der "Ö1"-Reihe "Im Journal zu Gast" eine Absage. "Wir haben uns dazu entschieden, dass wir eine stufenweise Einführen des CO2-Preises vorsehen und da steh ich auch voll dahinter", sagte Plakolm.
Niederösterreichs
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hatte sich zuvor gegen die
im Zuge der ökosozialen Steuerreform von ÖVP und Grünen festgelegte
turnusmäßige Erhöhung der CO2-Steuer des Bundes ausgesprochen. Die
Erhöhung müsse ausgesetzt werden, bis sich die Inflationsrate wieder auf
einem normalen Niveau befinde, so die gemeinsam mit dem
Koalitionspartner FPÖ erhobene Forderung aus Niederösterreich.
Kritik an der höheren CO-Bepreisung kam am Samstag einmal
mehr vom ÖAMTC, der von einer wieder höheren Inflationsrate durch
steigende Spritpreise warnte. Die Autofahrer-Interessensvertretung
plädierte dafür, die Erhöhung zumindest durch eine
Mineralölsteuersenkung in selber Höhe zu kompensieren.
Plakolm
verteidigte die beschlossene ökosoziale Steuerreform. Österreich habe
hier als Land vorgezeigt, wie man sein Steuersystem mit Anreizen
ausstatten und sein Steuersystem ökologisieren könne. Die
Staatssekretärin verwies zudem auf den als Kompensation eingeführten
Klimabonus, der ebenfalls steigen werde. "Deswegen find ich es gut, dass
wir auch die Umsetzung so vorsehen, wie wir es beschlossen haben", so
Plakolm.
In Bezug auf ihre eigene politische Zukunft erklärte Plakolm im "Ö1", eine mögliche ÖVP-Spitzenkandidatur bei der EU-Wahl stehe "aktuell nicht zur Debatte". Sie sei gerne Jugendstaatssekretärin und habe noch einiges vor, danach werde sie wieder für den Nationalrat kandidieren, so die Obfrau der Jungen Volkspartei.