Offenbar blockiert Rumänien Österreichs Teilnahme an Sitzungen der NATO. Zwei Offiziere des Bundesheers in Brüssel warten seit Wochen auf ihre Akkreditierung bei der Allianz.
Der Zutritt werde von Rumänien verzögert, das sich Bedenkzeit erbeten habe. Es gelte als sicher, dass es sich um eine Retourkutsche für das Schengen-Veto der österreichischen Bundesregierung handle, berichteten die "Salzburger Nachrichten" und die "Oberösterreichischen Nachrichten" (Samstag-Ausgaben).
Die Delegation Rumäniens bei der NATO wollte die Causa gegenüber den "Salzburger Nachrichten" nicht kommentieren. Ein NATO-Sprecher strich in einer Stellungnahme die Wertschätzung Österreichs als langjährigen Partner hervor und erklärte: "Wir zählen auf Rumänien und Österreich, jegliche bilateralen Probleme zu lösen, die Österreichs Offiziere in NATO-Posten bei ihrer Arbeit beeinträchtigen könnten."
In der
aktuellen Causa habe das Verteidigungsministerium "im Wege der
Militärvertretung Brüssel mit den relevanten Stellen der NATO Verbindung
aufgenommen", teilte Bundesheer-Sprecher Michael Bauer der Zeitung mit.
Außerdem stehe man in engem Kontakt mit dem Außenministerium und dem
Bundeskanzleramt.
Österreich ist zwar nicht NATO-Mitglied, ist
aber über die "Partnerschaft für den Frieden" und NATO-geführte
Operationen mit Mandat des UNO-Sicherheitsrats in der Allianz verankert.
Die Teilnahme Österreichs an NATO-Sitzungen wurde bereits ab 2016 von
der Türkei jahrelang blockiert. Hintergrund war damals das
österreichische Veto zu den EU-Beitrittsverhandlungen Ankaras. 2018
gelang es der damaligen Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ), Ankara zum
Ende des zivilen Teils der Blockade zu bewegen. Erst 2022 bestätigte das
Außenministerium in Wien,
dass die Zusammenarbeit zwischen Österreich und der NATO im Rahmen der
Partnerschaft für den Frieden wieder im vollen Umfang möglich sei.
Der rumänische Premierminister Marcel Ciolacu hatte zuletzt den Druck auf Österreich erhöht und eine Zustimmung Österreichs zum Schengen-Beitritt seines Landes bis Dezember gefordert. Sollte Österreich bei einem der kommenden zwei Treffen der EU-Innen- und Justizminister gegen den Schengen-Beitritt Rumäniens stimmen, werde er die Entscheidung vor dem Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) anfechten, sagte er laut rumänischer Nachrichtenagentur Agerpres.