Fachhochschulen drohen ohne eine signifikante Anhebung der Finanzierung "große finanzielle Schwierigkeiten", hat die FH-Konferenz (FHK) am Freitag per Aussendung gewarnt.
Sie berief sich dabei auf eine aktuelle Studie der WPZ Research GmbH, wonach die Fördersätze für den laufenden Betrieb (Energie, Infrastruktur, Labors) nicht mehr ausreichen und die FHs wegen der steigenden Personalkosten auch im Wettbewerb um Lehr- und Forschungspersonal verstärkt unter Druck kommen.
Während in Deutschland die Budgets der dortigen Fachhochschulen (bzw. Hochschulen für Angewandte Wissenschaften) zuletzt im Rahmen großer strategischer Offensiven von Bund und Ländern massiv erhöht worden seien, klaffe in Österreich die Schere zwischen der Entwicklung des BIP und der FH-Finanzierung - verschärft durch die Inflation - immer weiter auseinander. Die Studienautoren würden deshalb vor der Gefahr einer Abwanderung Höchstqualifizierter warnen, hieß es in der Aussendung.
Dabei
steige in der Gesellschaft der Untersuchung zufolge der Bedarf an
FH-Absolventinnen und -Absolventen und das sei auch mit einem höheren
Finanzierungsbedarf verbunden. Auch führe kein Weg an den FHs vorbei,
wenn Österreich weiterhin zu den Innovation Leaders aufzuholen wolle.
Immerhin gebe es dort steigende Studierenden- und Absolventenzahlen vor
allem in technologieintensiven Studienfeldern und einen starken
Wissenstransfer durch Kooperationen mit der Wirtschaft, von der
regionale Akteure wie Industriebetriebe, Dienstleistungsunternehmen oder
Kommunen besonders profitieren würden.
Erst im Sommer hatte die
FHK Ergebnisse einer Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Eco
Austria vorgelegt, wonach die Förderungen für die FHs (heuer 383 Mio.
Euro) über die steuerlichen Rückflüsse der FHs und ihrer Beschäftigten
samt der mit den Beschäftigungsverhältnissen verbundenen Abgaben (416
Mio.) quasi direkt an das Finanzministerium zurückgingen, erweitert um
den Bonus höherqualifizierter Arbeitskräfte.
FHK-Präsidentin Ulrike Prommer forderte nun angesichts der Ergebnisse der beiden Studien erneut, die Fördersätze - wie zuletzt auch von den Ländern eingemahnt - mit Anfang 2024 um zehn Prozent und mit Anfang 2025 um weitere zehn Prozent anzuheben.