Florian Tursky, Digitalisierungsstaatssekretär (ÖVP), will dem europäischen AI-Act, der den Umgang mit künstlicher Intelligenz regeln soll, vorgreifen.
Noch in diesem Jahr solle die bereits angekündigte Servicestelle in der Regulierungsbehörde RTR installiert werden, kündigte er am Donnerstag in einer Pressekonferenz an. Zudem soll noch vor Inkrafttreten des AI-Acts eine Kennzeichnungspflicht von KI-Systemen der öffentlichen Hand eingeführt werden.
Tursky präsentierte Pläne zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz
Die Servicestelle dient als Vorläufermodell der geplanten Behörde für Künstliche Intelligenz. Diese soll dann die Zertifizierung und Marktüberwachung übernehmen. "Österreich ist neben Spanien und den Niederlanden eines der ersten Länder mit einer solchen Servicestelle", zeigte sich der Staatssekretär überzeugt von dem "Meilenstein" im Umgang mit KI. Ziel sei es, eine Behörde zu schaffen, die Service im Fokus hat und den Unternehmen sowie Bürgern und Bürgerinnen als Anlaufstelle dient.
Transparenz und Vertrauen in künstliche Intelligenz gewährleisten
Um schon vorzeitig Transparenz und Vertrauen in künstliche
Intelligenzen zu gewährleisten, wird ebenfalls noch vor Inkrafttreten
des europäischen AI-Acts eine Kennzeichnungspflicht von KI-Systemen in
Österreich eingeführt. Noch dieses Jahr sollen alle KI-Systeme des
Bundes verpflichtend gekennzeichnet werden. Das betrifft unter anderem
Chat-Bots. Weitere Maßnahmen sind in allen Bereichen geplant, wenn die
europäische Regelung vorliegt.
Kompetenzbildung für Tursky der Schlüssel im Umgang mit KI
Kompetenzbildung ist für Tursky der
weitere Schlüssel im Umgang mit KI. So wird im Rahmen der Digitalen
Kompetenzoffensive (DKO) ein Schwerpunkt auf Basiswissen zu künstlicher
Intelligenz und Bewusstseinsbildung im Umgang damit gelegt. Die ersten
800 Workshops, die niederschwellig in allen Gemeinden des Landes
abgehalten werden, starten im Oktober dieses Jahres. Durch gelehrte
digitale Kompetenzen stärken wir das Vertrauen in moderne Technologien.
Erstellung eines KI-Monitors
Mit
der Erstellung eines KI-Monitors werden zudem die Auswirkungen von
künstlicher Intelligenz auf die Gesellschaft, Unternehmen und
Verbraucher untersucht. Dieser soll helfen, zukünftige Maßnahmen "zur
Maximierung der Vorteile und Minimierung der Risiken von KI zu
entwickeln", heißt es. Die Daten des KI-Monitor werden öffentlich auf
digitalaustria.gv.at verfügbar sein, damit sie von Unternehmen und allen
Bürgerinnen und Bürgern eingesehen werden können.
KI-Strategie des Bundes wird überarbeitet
Überarbeitet
wird auch wie ebenfalls schon angekündigt die 2021 präsentierte
KI-Strategie des Bundes. Eine neue Version soll im ersten Halbjahr 2024
verabschiedet werden. Unterstützung für die Pläne gibt es von den
Bereichssprecher der Koalitionsparteien, Eva-Maria Himmelbauer (ÖVP) und
Süleyman Zorba (Grüne).