Marius Hladik, der neue Bundesschulsprecher verlangt die fächerübergreifende Einbindung von Künstlicher Intelligenz bzw. Programmen wie Chat GPT in den Unterricht.
"Kein Schüler ist im letzten Schuljahr nicht mit dem Thema in Kontakt gekommen", begründete er dies bei einer Pressekonferenz am Montag. Außerdem will er mit "Demokratiebildung" und "Wirtschafts- und Finanzbildung" die Einführung zweier neuer Pflichtfächer.
Forderung nach Einsatz von Chat GPT im Schul-Unterricht
Hladik ist am Sonntag zum neuen Bundesschulsprecher gewählt worden. Er wurde am 12. Mai 2005 in Schwechat (NÖ) geboren und besucht eine Maturaklasse an der HTL Rennweg in Wien-Landstraße. Wie seine 18 direkten Vorgänger stammt er aus der ÖVP-nahen Schülerunion, die über 27 von 29 Mandaten in der Bundesschülervertretung verfügt. Diese ist die gesetzliche Vertretung der 1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler in Österreich.
Es sei nicht gemeint, dass "man sich Texte komplett damit schreiben lässt"
"Mit Einbindung von Chat
GPT ist nicht gemeint, dass man sich Texte komplett damit schreiben
lässt", so Hladik. Man könne die Software aber durchaus verwenden bzw.
müsse über Chancen und Risiken aufklären. "Die Digitalisierung wird
immer weiter voranschreiten." Durch KI und Medien würden sich nicht nur
die Schule, sondern auch die spätere Arbeitswelt verändern.
Informatik und technikbezogene Fächer sollten gefördert werden
Generell
sollten Informatik und technikbezogene Fächer stärker gefördert werden,
meinte Hladik. Maturantinnen und Maturanten sollten auch wählen können,
ob sie die schriftliche Reifeprüfung analog oder digital absolvieren
wollen.
Lehrpläne haben laut Hladik derzeit Lücken
Die Lehrpläne haben nach seiner Ansicht derzeit Lücken:
Fragen wie "Wie miete ich eine Wohnung?", "Welche Voraussetzungen
brauche ich für die Studienbeihilfe" oder "Wie bewerbe ich mich für
einen Job?" würden derzeit damit nicht beantwortet. Unter anderem
fordert Hladik daher ein Pflichtfach "Demokratiebildung" ab der zweiten
Klasse AHS-Unterstufe/Mittelschule - darin sollten etwa Themen wie
Staatswesen, das Rechtssystem, Demokratie und die Rolle der EU behandelt
sowie Medienkompetenz gefördert werden. In einem weiteren
Pflichtgegenstand "Wirtschafts- und Finanzbildung" sollen in zwei
Schulstufen in der Oberstufe für je eine Wochenstunde Themen wie
Steuerrecht, Mietverträge oder Umgang mit Finanzen auf dem Stundenplan
stehen.
Hladik schwebt die Einführung der modularen Oberstufe an AHS vor
Darüber hinaus schwebt Hladik die flächendeckende
Einführung der modularen Oberstufe an AHS vor, bei der die Fächer in
sogenannten Modulen unterrichtet werden, von denen manche auch abgewählt
werden können. Außerdem sollen verpflichtende Workshops zu
Präsentationstechniken sowie Mobbing-Prävention angeboten werden.
Österreichweit eingeführt wissen will er ein Schülerticket um 365 Euro.
Kleiderordnungen will Hladik in der Schulautonomie belassen
Die
Diskussion um Kleiderordnungen will Hladik in der Schulautonomie
belassen. "Wenn die Schule es als sinnvoll betrachtet, dann wird es
sinnvoll sein." Darüber solle jede Schule selbst entscheiden können.
Kritik
am Wahlmodus zum Bundesschulsprecher übte die SPÖ-nahe Aktion
Kritischer SchülerInnen (AKS) in einer Aussendung. Derzeit wählen die
Schülerinnen und Schüler an AHS-Oberstufen, BMHS und Berufsschulen ihre
Schulsprecher, diese wiederum die Landesschulsprecher und letztere den
Bundesschulsprecher. Die AKS fordert eine Direktwahl der
Bundesschülervertretung.