In der nächsten Legislaturperiode möchte Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) die Vorgangsweise bei Stellenbesetzungen durch die Regierung ändern.
"Ich finde es absurd, dass es einerseits die Vorschrift für die Wertung durch eine Kommission gibt und dann auf der anderen Seite diese Reihung wieder in die Regierung hineinspielt und mit Einstimmigkeitsprinzip wieder darüber gerichtet werden muss", sagte er in der "Tiroler Tageszeitung" (Sonntag).
Derzeit liegen in der Koalition mangels Einigung diverse Postenbesetzungen auf Eis - unter anderem am Bundesverwaltungsgericht und in der Bundeswettbewerbsbehörde. Für beide Stellen gibt es Besetzungsvorschläge durch eine Kommission, wobei die Grünen bei der Bundeswettbewerbsbehörde die Qualifikation des erstgereihten Kandidaten anzweifeln. Umgekehrt blockiert die ÖVP die Bestellung beim Bundesverwaltungsgericht.
Für beide Stellen - wie auch für andere
Postenbesetzungen - ist zunächst die Einsetzung einer Kommission
vorgesehen, die der Regierung einen Besetzungsvorschlag bzw. Bewertungen
vorlegen muss. Entscheiden muss aber der Ministerrat - und dort gilt
das Einstimmigkeitsprinzip.
"Das ist aus meiner Sicht keine
saubere Lösung", so Nehammer. Für die derzeit vorzunehmenden
Bestellungen könne er das nicht mehr ändern. "Für die Zukunft muss man
da eine klare Trennung machen."