Mit nur einer Sitzung, aber mit einer ambitionierten Tagesordnung startet der Nationalrat in die neue Parlamentssaison.
So wird es gewisse Einschränkungen beim Kindergeld geben, wenn sich nicht beide Partner beteiligen. Schrittweise abgeschafft wird die geblockte Form der Altersteilzeit. Dazu kommen Finanzzuschüsse an die Länder, damit die Gemeinden auf Gebührenerhöhungen verzichten können.
Nationalrat mit Änderungen bei Kindergeld und Altersteilzeit
Am Beginn des für Mittwoch anberaumten Plenums stehen gleich zwei "Aktuelle Stunden", in denen ÖVP und SPÖ ihre gegenwärtigen Lieblingsthemen forcieren können. Die Volkspartei hat die 4,5 Milliarden, die sie zusätzlich in die Kinderbetreuung stecken will, zum Thema des Parlamentsauftakts gemacht. In der "Aktuellen Europastunde" wird es dank der SPÖ auch ziemlich innenpolitisch zugehen. Denn es geht um die Teuerung und wie andere Staaten diese wirkungsvoller bekämpft hätten. Nicht weniger als zehn Rechnungshofberichte schließen sich an, wo vermutlich jener zur Coronahilfe-Finanzierungsagentur Cofag die meiste Redezeit in Anspruch nehmen wird.
Gemeinden erhalten 150 Millionen-Zweckzuschuss über die Länder
Geld erhalten werden
demnächst die Gemeinden und zwar über einen 150 Millionen-Zweckzuschuss
an die Länder. Dessen Ziel ist, dass die Kommunen ihre Wasser- und
Müllgebühren nicht gemäß der vollen Inflation anpassen.
Änderung beim Energiekrisenbeitrag
Zudem soll
eine Änderung beim Energiekrisenbeitrag für fossile Energieträger eine
höhere Gewinnabschöpfung bei Energiekonzernen bewirken. Bewirkt werden
soll das, indem die Bemessungsgrundlage für den Energiekrisenbeitrag für
2023 auf jenen Betrag erhöht wird, um den der steuerpflichtige Gewinn
2023 um mehr als zehn Prozent über dem Durchschnittsbetrag liegt. Bisher
schritt man erst bei "Zufallsgewinnen" im Öl- und Gassektor von über 20
Prozent ein. Ein weiterer Antrag gibt dem Finanzminister die
Ermächtigung, Zuschüsse zugunsten der Ukraine bis zu einem Betrag von
100 Millionen Euro zu gewähren.
Geblockte Altersteilzeit wird abgeschafft
Eine beliebte Form, frühzeitig in
den Ruhestand zu wechseln, wird mit der Mittwoch-Sitzung zum
Auslaufmodell. Die geblockte Altersteilzeit, über die man früher aus dem
Arbeitsleben ausscheiden kann, wird abgeschafft, allerdings
schrittweise bis 2029. Ab dann gibt es für Altersteilzeit-Regelungen
keine öffentliche Bezuschussung mehr.
Änderungen bei der Elternkarenz
Ebenfalls nicht unbedingt
nach dem Geschmack der Opposition sind Änderungen bei der Elternkarenz.
Künftig müssen beide Elternteile zumindest zwei Monate in Anspruch
nehmen. Tun sie das nicht, verfallen zwei Monate der Karenz und sie
beträgt nur noch 22 Monate. Ausgenommen von der Einschränkung sind
Alleinerziehende. Der so genannte Familienzeitbonus, jene finanzielle
Unterstützung für Väter, die sich direkt nach der Geburt der Familie
widmen, soll künftig auf 47,82 Euro pro Tag verdoppelt werden. Beides
soll eine stärkeren Väterbeteiligung bei der Betreuung von Kleinkindern
bewirken.
Verbesserungen in Sachen Pflegefreistellung geplant
Verbesserungen geplant sind in Sachen
Pflegefreistellung. Künftig können Personen auch dann zur Pflege naher
Angehöriger freigestellt werden, wenn sie nicht in einem gemeinsamen
Haushalt mit ihnen leben. Außerdem soll es eine Freistellung zur Pflege
von Personen im gemeinsamen Haushalt geben, auch wenn diese keine
Angehörigen sind. Für Teilzeitarbeit oder eine Freistellung zur
Begleitung schwersterkrankter Kinder soll ebenfalls die Voraussetzung
eines gemeinsamen Haushalts entfallen.
Sollte einer Fraktion das
Programm noch immer nicht dicht genug sein, gibt es die Möglichkeit
einer "Dringlichen Anfrage". Hier wäre seitens der Opposition zunächst
die FPÖ am Zug.