Die Grünen attackieren ÖVP-Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm scharf.
Diese würde die Anliegen von "hunderttausenden jungen Menschen" hinsichtlich des Klimaschutzes offenbar "nicht ernst nehmen", sagte Grünen-Jugendsprecherin Abg. Barbara Neßler zur APA und nannte das Verhalten "ignorant": "Sie soll ihren Job machen und anfangen zu arbeiten." In Sachen Kindesmissbrauch sei es "erschütternd", dass Plakolm versuche, "billiges politisches Kleingeld" zu schlagen.
"Als Jugendstaatssekretärin hätte sie mehr als genug zu tun", richtete Neßler, auch Kinder-, Familien- und Tourismussprecherin ihrer Partei, der Politikerin des Koalitionspartners aus. Es reiche nicht, "nur für Schlagzeilen zu sorgen." "Das ist nicht die Politik, die es jetzt braucht. Das ist nicht die Politik, die sich junge Menschen verdienen. Jetzt gilt es, die Ärmel hochzukrempeln und zu arbeiten - und zwar mit Vollgas", forderte Neßler Plakolm auf, ins Handeln zu kommen. Auch was den Bereich des Leistbaren Wohnens betrifft, ein besonders auch für junge Menschen brennendes Thema, habe sie von Plakolm bisher nichts vernommen, meinte die Tiroler Nationalratsabgeordnete Neßler. Und in puncto Klimaschutz habe sich die Tätigkeit der Jugendstaatssekretärin bisher darauf beschränkt, "Klimakleber zu attackieren" statt die Sorgen der "hunderttausenden jungen Menschen" ernst zu nehmen, die erst vergangenen Freitag wieder auf die Straße gingen.
Empört zeigte
sich Neßler auch, was Plakolms Agieren in Sachen Kinderschutz bzw. der
Debatte über Kindesmissbrauch betrifft. Sogar bei einem "so wichtigen
und sensiblen Thema" versuche die Staatssekretärin, politisches
Kleingeld daraus zu schlagen. Der Hintergrund: Plakolm hatte
Justizministerin Alma Zadic (Grüne) Säumigkeit hinsichtlich der
geplanten Strafverschärfungen bei Kindesmissbrauchsdarstellungen
vorgeworfen. Den Grünen zufolge kann der fertige Gesetzesentwurf im
Oktober beschlossen werden. Die ÖVP sieht aber noch
Nachbesserungsbedarf.
Im Jahr 2019 habe es die ÖVP in der
damaligen Koalition mit der FPÖ "verschlafen", das Sexualstrafrecht
ausreichend zu reformieren, so Neßler: "Wir reparieren das jetzt.
Anstatt sich daran zu beteiligen, einen umfassenden Schutz für unsere
Kinder zu schaffen, fokussiert sich Plakolm darauf, für Schlagzeilen zu
sorgen." In dem Paket enthalten seien unter anderem schärfere Strafen
für Täter sowie ein Tätigkeitsverbot auch dann, wenn eine Sexualstraftat
nicht im Zuge der Tätigkeit - zum Beispiel im Schul- und
Kindergartenbereich - erfolgt ist, sondern bereits davor. Damit schließe
man eben jene Lücke, die Türkis-Blau offengelassen habe, argumentierte
Neßler. Zuletzt hatte die Debatte im Zuge der Causa Teichtmeister erneut
an Fahrt aufgenommen.