Wegen des Verdachts auf Raubkunst sind drei Bilder des österreichischen Künstlers Egon Schiele in den USA beschlagnahmt worden.
Es gebe Hinweise darauf, dass die drei Schiele-Bilder in der Nazizeit gestohlen wurden und ursprünglich zur Sammlung des bekannten jüdischen Kabarettisten und Kunstsammlers Fritz Grünbaum gehörten, berichtete die "New York Times". Grünbaum wurde 1941 im Konzentrationslager Dachau ermordet.
Demnach wurden die drei Bilder auf Anordnung der New Yorker Staatsanwaltschaft im Art Institute of Chicago, im Carnegie Museum of Pittsburgh und im Allen Memorial Art Museum am Oberlin College in Ohio konfisziert. Es handele sich um die Werke "Russischer Kriegsgefangener", "Männliches Bildnis" und "Schwarzes Mädchen", schrieb die Zeitung am Mittwoch. Zusammen hätten die Werke von Egon Schiele (1890-1918) einen Wert von knapp vier Millionen Dollar (rund 3,75 Millionen Euro).
Der
britischen BBC sagten die drei Institutionen, sie setzten großen Wert
auf die legale und ethische Beschaffung von Kunstwerken und kooperierten
mit den Behörden. Das Art Institute of Chicago habe bereits rechtliche
Schritte eingeleitet, um die legale Eigentümerschaft vor Gericht zu
beweisen. Wie die BBC am Freitag weiter berichtete, ist das konfiszierte
Bild weiterhin im Museum. Es könne durch den Vollzugsbescheid aber nach
60 Tagen nach New York transportiert werden.
Die Erben des österreichischen Künstlers Grünbaum hatten bereits in der Vergangenheit versucht, mutmaßlich geraubte Kunst restituiert zu bekommen. So hatten sie den Berichten zufolge etwa 2018 Erfolg vor Gericht. Danach seien zwei Gemälde im Jahr 2022 an die Angehörigen zurückgegeben worden.