Die Verhandlungen zur Abschaffung des Amtsgeheimnisses haben nun auch wieder Transparency International (TI) auf den Plan gerufen.
Man solle sich Gedanken machen, wie man die Veröffentlichung von Daten kleinerer Gemeinden vereinfachen kann, damit möglichst wenig Aufwand entsteht, riet die NGO am Donnerstag in einer Aussendung. Auch könnten sich Kommunen zusammenschließen, um eine geeignete Person für derartige Fragen gemeinsam zu beschäftigen.
Auch in anderen Belangen hätten sich Gemeindeverbände bewährt, so Transparency International. Zum Beispiel könnten IT-Lösungen gefunden werden, die eine Veröffentlichung "auf Knopfdruck" ermöglichen. "Eine offene Gesellschaft kann nämlich keine Verwaltung dulden, der Transparenz zu mühsam ist und die sich deshalb weiter in habitueller Geheimniskrämerei wohlfühlen will", so die NGO an die politisch Verantwortlichen.
Am Mittwoch war ein Verhandlungspapier
aufgetaucht, wonach lediglich die 87 österreichischen Gemeinden mit mehr
als 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern Daten verpflichtend offenlegen
sollten. Nicht klar war, woher das mit Juni datierte Papier stammt.
Für
TI wäre eine solche Beschränkung "nicht die Lösung". Schon der Begriff
der "Information von allgemeinem Interesse" schreie zurecht nach
Veröffentlichung, hieß es. "Die Aufhebung des Amtsgeheimnisses, das zu
Zeiten geschaffen wurde, als Zensur und Unterdrückung die Regel und
geheimes staatliches Handeln ein Instrument dafür waren, ist ein
Schlüsselelement in der Entwicklung einer offenen Gesellschaft", befand
die Organisation.
Auch ÖVP-Vertreter bekannten sich am Mittwoch
grundsätzlich zur Informationsfreiheit. Laut den Grünen-Klubobfrau
Maurer befinden sich die Verhandlungen dazu gerade "im Finale", in den
kommenden Wochen solle der Entwurf für das neue Gesetz an das Parlament
übermittelt werden.