Nach der von der Regierung beschlossenen Erhöhungd er Pensionen sehen die Pensistenvertreter noch einige Fragen offen und fordern eine Nachbesserung.
Weitere Gespräche forderten die Seniorenrats-Präsidenten Ingrid Korosec (Seniorenbund) und Peter Kostelka (Pensionistenverband) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz vor allem zur ihren unerfüllten Forderungen nach einer Abgeltung der Zwischenfinanzierung, einer dauerhaften Abschaffung der Aliquotierung und einer Schutzklausel auch für das Jahr 2025.
Pensionistenvertreter: Nachbesserung bei Pensions-Erhöhung gefordert
Der Beschluss im Ministerrat sei "aus Sicht des Seniorenrates alles andere als ein Grund zum Jubeln", kritisierte Kostelka vom SPÖ-nahen Pensionistenverband und sah nur einen "kleinen Teil unserer Wünsche erfüllt". Die Präsidentin des ÖVP-nahen Seniorenbundes gestand der Bundesregierung zwar zu, dass sie sich bemüht habe und eine Wertschätzung für die Seniorinnen und Senioren gezeigt habe, Korosec sprach aber von mehreren "Wermutstropfen" und forderte Nachjustierungen.
Seniorenvertreter zufrieden mit Pensions-Erhöhung um 9,7 Prozent
Zufrieden
zeigten sich die Seniorenvertreter darüber, dass mit der Erhöhung der
Pensionen um 9,7 Prozent die Inflation abgegolten worden sei. Auch die
von der Regierung angekündigte Schutzklausel zur Verhinderung eines
drohenden Wertverlust für den kommenden Pensionsjahrgang bewertet der
Seniorenrat positiv, hätte sich aber bereits auch eine Lösung für 2025
gewünscht. Nun drohe eine Entscheidung darüber "im Pulverdampf des
Wahlkampfs 2024", warnte Kostelka.
Dass im Ministerratsvortrag nur von Alterspension die Rede sei, sei ein Problem
Ein Problem sieht der
Vorsitzende des Pensionistenverbandes zudem darin, dass im
Ministerratsvortrag nur von Alterspensionen die Rede sei. Das würde
bedeuten, dass die Schutzklausel nur für etwas mehr als die Hälfte der
rund 100.000 Pensionistinnen und Pensionisten gelten würde. Nicht
inkludiert wären die Langzeitversicherten, Schwerarbeiter und
Korridor-Pensionisten, so Kostelka, der von "Bauerfängerei" und
"Unaufrichtigkeit" sprach, wenn dies nicht in aller Deutlichkeit gesagt
werde.
Kritik der Pensionsvertreter
Kritik übten die Pensionistenvertreter auch daran, dass
ihre Forderungen nach einer Abgeltung der Zwischenfinanzierung der
Teuerung 2022/2023 sowie nach einer dauerhaften Abschaffung der
Aliquotierung - also die prozentuell anteilige Pensionsanpassung im
ersten Pensionsjahr - unerfüllt blieben. Die Aliquotierung ist für zwei
Jahre ausgesetzt.
"Wermutstropfen" sei auch die Deckelung der Pensionserhöhungen
Ein "Wermutstropfen" für Korosek ist zudem die
Deckelung der Pensionserhöhung für die höchsten Pensionen. Jene 7.250
Beamtinnen und Beamte mit Bezügen von mehr als 5.850 Euro seien keine
Luxuspensionisten, wies sie entsprechende Bezeichnungen zurück. Dass es
für die höchsten Pensionen seit 14 Jahren stets eine Deckelung gebe,
entspreche weder dem Leistungs- noch dem Versuchungsprinzip, kritisierte
die Vorsitzende des Seniorenbunds.