In Niederösterreich werden sich im Zuge der Kriminaldienstreform mit dem Schwerpunkt Cybercrime acht von 38 bundesweit geplanten Kriminalassistenzdienststellen (KAD) ansiedeln.
Die entsprechenden Regionen wurden bereits definiert, Standorte seien in Evaluierung, sagte Landespolizeidirektor Franz Popp am Mittwoch vor Journalisten. Gerechnet wird im Zuge der Reform mit einem zusätzlichen Personalbedarf von 140 Mitarbeitern bis 2028. Recruitingproblem wird keines befürchtet.
Kriminaldienstreform mit dem Schwerpunkt Cybercrime
Generell ziele die Reform darauf ab, "von Beginn weg bei der Cyber-Kriminalität wesentlich besser aufgestellt" zu sein, betonte Popp. Quasi das Herzstück der neuen Regelungen ist die Einrichtung der KAD. Es gehe darum, "fachliches Know-how in die Regionen zu bringen", abgedeckt werden sollen die Bereiche Tatortarbeit, IT samt Forensik und Datensicherung sowie -auswertung und die Prävention.
Die in Niederösterreich definierten acht
Regionen sind Amstetten inklusive Waidhofen a. d. Ybbs, Melk und
Scheibbs, Baden/Mödling, Bruck a. d. Leitha samt Schwechat und Flughafen
Wien, Hollabrunn/Tulln/Raum Krems sowie im Waldviertel die Gebiete
Gmünd/Horn/Waidhofen a. d. Thaya/Zwettl. Hinzu kommen Gänserndorf/
Korneuburg/Mistelbach, Lilienfeld/Raum St. Pölten sowie Neunkirchen/Raum
Wiener Neustadt. Die jeweilige KAD werde für mehrere Bezirke zuständig, jedoch immer nur einem Bezirks- oder Stadtpolizeikommando zugeordnet sein, blickte Popp voraus.
Erstbetrieb mit bis zu fünf Bediensteten pro Region
Ein
Erstbetrieb mit bis zu fünf Bediensteten pro Region soll im zweiten
Quartal 2024 starten, der Vollausbau bis 2028 folgen. Besetzt werden die
KAD dann - je nach Standort - mit sieben bis 13 hauptamtlichen
Mitarbeitern, ergänzte Manfred Aichberger, stellvertretender
Landespolizeidirektor.
Begleitend geben wird es ein
Cybercrime-Trainingscenter. "Alle damit befassten Kollegen" sollen hier
laut Aichberger in einem Turnus von fünf Jahren eine entsprechende
modulartige Ausbildung absolvieren. In Sachen Standort gilt das
Sicherheitszentrum in St. Pölten als erklärtes Ziel, an einer
vorübergehenden Lösung wird gearbeitet.
Acht Kriminalassistenzdienstellen für Niederösterreich
Während bundesweit in den
kommenden fünf Jahren Reform-bedingt rund 700 Stellen geschaffen werden,
sind es in Niederösterreich etwa 140. Probleme beim Recruiting erwartet
Popp nicht: "Wir kriegen das derzeit gut hin", Maßnahmen wie
Lockerungen bei Bestimmungen zu Tätowierungen hätten gegriffen. Für die Dezember-Aufnahmen gebe es 525 Bewerbungen, im Vorjahr seien es nur knapp mehr als 300 gewesen.
Auf Ebene des Landeskriminalamts neu geschaffen wird ein Referat für
Cybercrime. Stefan Pfandler, Leiter des Landeskriminalamts
Niederösterreich, sieht in diesem Bereich "den größten Personal- und
Ausbildungsbedarf". Vereinigt werden künftig IT-Forensik und ein eigener
Ermittlungsbereich für Cybercrime-Delikte im engeren Sinn. Ebenfalls in diesem Referat angesiedelt sein wird das angesprochene Trainingscenter.
Erhalten bleiben ungeachtet der Kriminaldienstreform indes die 181 Polizeiinspektionen im Bundesland. "Da wird sich in nächster Zeit nichts daran ändern", hob Popp hervor.