22 Prozent und somit ein knappes Viertel des Volumens von Unterstützungsmaßnahmen für Privathaushalte seit Beginn der Coronapandemie hat auf solche mit geringem Einkommen abgezielt.
Das berechnete der Budgetdienst des Parlaments in einer Anfragebeantwortung an Andreas Hanger (ÖVP). Haushalte mit geringerem Einkommen profitierten jedoch in Relation zum Einkommen am meisten von den Maßnahmen. Bedacht wurden etwa die Ökosoziale Steuerreform oder das Aus der kalten Progression.
Der Budgetdienst untersuchte die Wirkung von Unterstützungsmaßnahmen des Bundes sowie die Entwicklung der real verfügbaren Haushaltseinkommen von 2019 bis 2024 und nahm damit Coronapandemie und Teuerung in den Blick. Insgesamt gab es von 2020 bis 2024 45,7 Milliarden Euro an einkommensstärkenden Entlastungsmaßnahmen, das stellt pro Jahr durchschnittlich 2,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) dar. Rund 70 Prozent des Entlastungsvolumens entsteht aus permanent wirksamen Maßnahmen.
Ein überproportionaler Anteil des Entlastungsvolumens entfällt dabei auf die oberen Einkommensdezile, ein unterproportionaler auf die unteren, der Anteil bei den mittleren Einkommen ist proportional. So erhielt das unterste Dezil 2023 sechs Prozent des
Entlastungsvolumens, das oberste 14 Prozent. Einen Grund sieht der
Budgetdienst darin, dass Haushalte in den oberen
Einkommenssteuersegmenten stärker von den Änderungen des Einkommensteuertarifs profitieren, da sie einen Großteil der Einkommensteuerlast tragen.
Während nur knapp ein Viertel des Entlastungsvolumens auf geringere Einkommen
abzielt, profitieren diese auch von breit angelegten Hilfen wie dem
Klimabonus oder steuerlichen Maßnahmen. Die Wirkung der Maßnahmen in
Relation zum Einkommen war denn auch in den unteren
Einkommensbereichen am höchsten - die durchschnittliche relative
Entlastung lag beim untersten Dezil zwischen 3,8 (2021) und 12,7 Prozent
(2022), beim obersten Dezil zwischen 1,3 (2020 und 2021) und 5,1
Prozent (2024) des verfügbaren Einkommens.
Die inflationsbereinigten real verfügbaren Haushaltseinkommen sind laut Budgetdienst mit Ausnahme des
Jahres 2023 im gesamten Zeitraum bis 2024 im Durchschnitt über alle
Haushalte höher als im Vorkrisenjahr 2019. Für 2024 werde laut WIFO ein
deutlicher Anstieg der Einkommen
erwartet - das hängt mit Entlastungsmaßnahmen wie der Abgeltung der
kalten Progression zusammen, aber auch mit der an vergangene
Inflationsraten geknüpften Erhöhung der Löhne und Pensionen.
Zufrieden mit den Ergebnissen zeigte sich am Wochenende ÖVP-Generalsekretär Christian Stocker. "Am meisten haben die umfangreichen Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung den Menschen mit den niedrigsten Einkommen geholfen", das habe die Volkspartei immer betont, lobt er in einer Aussendung auch den "Weg der Mitte" der Bundesregierung.