Im ersten Hajbjahr 2023 ist die Zahl der rechtsextremen Straftaten wieder gestiegen.
Laut Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) wurden 386 Tathandlungen mit rechtsextremem Hintergrund verzeichnet. Das geht aus einer Beantwortung einer SPÖ-Anfrage an Karner hervor. Im Vergleichszeitraum 2022 waren es gesamt 322 rechtsextreme Straftaten. Das bedeutet einen Anstieg um 20 Prozent, betonte die SPÖ gegenüber der APA.
Im Detail waren unter den als "rechtsextrem" subsumierten Tathandlungen 358 mit rechtsextremen Hintergrund, 15 betrafen rassistische Tathandlungen, sieben antisemitische, fünf islamophobe Tathandlungen sowie eine weitere "unspezifische" Tathandlung. Die Mehrzahl fand im öffentlichen Raum und nicht im Internet statt: Nur rund 80 der 386 Straftaten wurden online begangen.
Die SPÖ-Sprecherin für Erinnerungskultur, Sabine
Schatz, begrüßte in einem Statement gegenüber der APA, dass die Vergabe
des Rechtsextremismusberichts endlich erledigt ist: "Es hat untragbar
lange gedauert, aber mit dem Dokumentationsarchiv des Österreichischen
Widerstandes sind jedenfalls verlässliche Rechtsextremismus-ExpertInnen
damit betraut worden. Nachdem nicht einmal mehr der
Verfassungsschutzbericht Daten liefert, ist der Rechtsextremismusbericht
längst überfällig!"
Von Innenminister Karner fordert Schatz einen
"Maßnahmenplan". Sie verwies auf die gute Vernetzung der rechtsextremen
Szene in Österreich und auf immer wieder vorkommende "enorme"
Waffenfunde. "Vor mittlerweile mehr als zwei Jahren haben wir im
Nationalrat den Beschluss für die Erstellung eines Nationalen
Aktionsplans gegen Rechtsextremismus beschlossen. Die türkisgrüne
Regierung muss jetzt endlich ins Tun kommen, der Innenminister muss
endlich einen konkreten Maßnahmenplan vorlegen!"