Für Unstimmigkeiten innerhalb der Koalition sorgen die geplanten Strafverschärfungen bei Kindesmissbrauchsdarstellungen.
Nachdem die ÖVP Justizministerin Alma Zadic (Grüne) Säumigkeit in der Sache vorgeworfen hatte, ärgerte sich Grünen-Klubchefin Sigrid Maurer über den "billigen Profilierungsversuch" von Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm (ÖVP). Den Grünen zufolge kann der fertige Gesetzesentwurf im Oktober beschlossen werden. Die ÖVP sieht aber noch Nachbesserungsbedarf.
Der Entwurf liege bereits bei der ÖVP und könne im nächsten regulären Justizausschuss im Oktober beschlossen werden, erklärte Klubchefin Maurer am Donnerstagabend in "Puls24". Der Jugendstaatssekretärin warf Maurer vor, bei diesem so sensiblen Thema "politisches Kleingeld" zu schlagen. Zugleich verwies die Grünen-Klubchefin darauf, dass andere Teile des Kinderschutzmaßnahmenpakets, für welche die ÖVP zuständig sei, noch ausständig seien. Konkret nannte sie die Novelle des Schulunterrichtsgesetzes.
Das Justizministerium erklärte am
Freitag auf Anfrage, dass nach dem Begutachtungsverfahren die Änderungen
eingearbeitet worden seien und der Gesetzesentwurf fristgerecht
geliefert worden sei. Aus Sicht der Grünen könne der Gesetzesentwurf
Anfang Oktober beschlossen werden, sagte eine Sprecherin von Zadic.
Weniger
sicher, ob dieses Datum eingehalten werden kann, zeigte man sich bei
der ÖVP. Aus dem Jugendstaatssekretariat hieß es am Freitag gegenüber
der APA, der Gesetzesentwurf des Justizministeriums sei erst am
Mittwochabend eingelangt und werde nun im Koordinierungsausschuss
besprochen. Dabei sieht Plakolm durchaus noch Nachbesserungsbedarf, der
Entwurf sei "nicht das Gelbe vom Ei", hieß es aus ihrem Büro. Noch nicht
gelöst sei etwa der Kritikpunkt, dass auch Jugendliche, die sich
gegenseitig Nacktbilder schicken, mit der Gesetzesverschärfung
kriminalisiert würden.