Der EU-Vertreter in Wien, Martin Selmayr, ist nach seiner drastischen Kritik an den milliardenschweren österreichischen Gaszahlungen nach Russland ins Außenamt zitiert worden.
"Herr Selmayr wurde zu einem Gespräch mit dem Generalsekretär ins Außenministerium zitiert", teilte eine Sprecherin von Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) der APA am Donnerstag mit. Selmayr hatte zuvor die Zahlungen Österreichs für russisches Gas als "Blutgeld" bezeichnet.
Kurze
Zeit später hieß es aus dem Außenministerium, dass Selmayr ins
Ministerium zitiert werde. "Dieses Gespräch wird unmittelbar nach der
Rückkehr Selmayrs nach Österreich stattfinden", sagte eine Sprecherin.
Als
"unseriös und kontraproduktiv" sowie "völlig einseitig" kritisierte
Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) die Äußerungen Selmayrs. "Es
ist bedauerlich, dass offenbar auch einem EU-Beamten gewisse Fakten
nicht vertraut zu sein scheinen. Während Österreich seine Abhängigkeit
von russischem Gas nachweislich reduziert und wichtige Vorkehrungen zur
Versorgungssicherheit der Bevölkerung getroffen hat, steigen innerhalb
der EU die Mengen russischen LNG (Flüssiggases, Anm.) - nämlich um 40%
gegenüber dem Vorjahreszeitraum", so Edtstadler.