Weiterhin feilt die ÖVP an ihrem Zukunftsplan "Österreich 2030".
Am Dienstag berieten im Rahmen von sogenannten "Zukunftsraum-Dialogen" mehrere Parteigranden über das Kapitel "Arbeitswelt & Wirtschaftsraum". Es gehe darum, dass Leistung sich wieder lohnen müsse, sagten die Politiker zu Journalisten am Rande des Treffens in der Parteiakademie.
ÖVP-Diskussion um Zukunftsplan "Österreich 2030"
Zur Frage, ob Ex-Kanzler Sebastian Kurz, über den dieser Tage gleich zwei Filme ins Kino kommen, darunter mit "Kurz - der Film" einer, den Kritiker als Werbefilm betrachten, 2030 in der ÖVP eine Rolle spielen werde, sagte Generalsekretär Christian Stocker: "Dieser Film ist ein kommerzielles Projekt. Es ist weder von der Volkspartei initiiert, noch ist die Volkspartei daran beteiligt. Aber ja, es stimmt, Sebastian Kurz ist Teil der Volkspartei, er ist Mitglied der Volkspartei und ich gehe davon aus, dass er das auch 2030 noch sein wird."
Was sich die ÖVP
inhaltlich bis 2030 vorstellt, war den Wortmeldungen zufolge schon vor
dem "Workshop" klar, und ist auch nicht neu. Dazu gehören ein mit der
Zeit sinkendes Arbeitslosengeld, weniger Steuern auf Überstunden und
Weiterarbeit in der Pension.
Kocher: Es erfordere "pragmatisch zu sein"
Wirtschafts- und Arbeitsminister
Martin Kocher (ÖVP) sagte, der demografische Wandel und technologische
Umbrüche würden es erfordern, "pragmatisch zu sein und über ideologische
Schatten zu springen". Zu konkreten Reformen, etwa Anreize fürs
Weiterarbeiten in der Pension, verwies Kocher darauf, dass es in der
Koalition mit den Grünen noch keine Einigkeit gebe. Finanzminister
Magnus Brunner (ÖVP) skizzierte einmal mehr seine Vorstellung von einem
steuerfreien Aktiendepot für die Altersvorsorge und wünschte sich von
der Finanzmarktaufsicht bei Wohnkrediten ein "größeres Maß an
Hausverstand".
Diese Experten hat die ÖVP zum Gespräch eingeladen
Als Experten eingeladen waren der ÖVP-nahe
Flughafen-Vorstand Günther Ofner und der Finanzrechtler Daniel Varro,
früher stellvertretender Kabinettschef von Finanzminister Gernot Blümel
(ÖVP). Ofner plädierte für eine faktenbasierte Herangehensweise, weil
eine "Hängemattengesellschaft wird die Zukunft Österreichs nicht sichern
können", wie er sagte. Er sprach sich etwa dafür aus, in Energie und
Infrastruktur zu investieren oder das Handelsabkommen zwischen der EU
und Südamerika (Mercosur) umzusetzen.
Nehammer hielt im März eine Grundsatzrede "zur Zukunft der Nation"
Kanzler und ÖVP-Chef Karl
Nehammer hatte im März in einer Grundsatzrede "zur Zukunft der Nation"
seine Standpunkte für die kommenden Jahre skizziert und darin unter
anderem die Zukunft von Verbrennungsmotoren beschworen und drohende
Katastrophenszenarien in Bezug auf die Klimakrise verleugnet und damit
den derzeitigen Koalitionspartner, die Grünen, brüskiert.
Mitte Juni startete der erste "Zukunftsraum-Dialog"
Mitte
Juni startete dann der erste der "Zukunftsraum-Dialoge", in denen die
Vorgaben Nehammers thematisch erarbeitet werden sollen, zum Bereich
"Stadt und Land". Ende Juni folgte dann das Thema "Gesellschaft,
Sicherheit und Europa". Mit einem vorgezogenen Wahlkampfstart habe das
freilich nichts zu tun, wurde im Juni versichert. Nach den fünf
"Zukunftsraum-Dialogen" ist eine Tour durch die Bundesländer geplant, um
die Ideen mit der Parteibasis zu diskutieren.