Eine Zahl, wie viele Lehrkräfte österreichweit fehlen, wollte Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Montag auch auf Nachfrage nicht nennen.

Eine Zahl, wie viele Lehrkräfte österreichweit fehlen, wollte Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Montag auch auf Nachfrage nicht nennen.
"Natürlich kann es immer zu kurzfristigen Ausfällen kommen, dass jemand übers Wochenende krank wird", aber sein Informationsstand aus den Bildungsdirektionen sei, dass alle Schulstunden gehalten werden könnten. Was die Lehrkräfte nicht leisten könnten, müsste von Lehramts-Studierenden aufgefangen werden, so Polaschek, der auch auf die 600 neu angestellten Quereinsteiger verwies. Insgesamt seien nun rund zehn Prozent der Lehrenden an Schulen Personen, die nicht über ein einschlägiges Studium ausgebildet worden seien.
Im neuen Schuljahr will das Bildungsministerium einen besonderen Schwerpunkt auf die Förderung der Lesekompetenz legen. "Sinnerfassend Lesen ist die Grundlage für eine erfolgreiche Bildungs- und Berufslaufbahn", sagte Polaschek. Im internationalen Vergleich liege die Leseleistung in Österreich nur im besseren Mittelfeld, "das kann uns nicht zufriedenstellen", so der Bildungsminister unter Verweis auf die internationalen Lesestudien PISA und PIRLS.
Als konkrete Maßnahmen sollen nach den Plänen des Bildungsministeriums künftig Personen des öffentlichen Lebens als Lesebotschafterinnen und Lesebotschafter bei Besuchen in Schulen Kinder und Jugendliche für das Lesen begeistern. Die einzelnen Schulen sollen zudem mit einem neuen Lesegütesiegel dazu animiert werden, mehr innovative Leseprojekte durchzuführen. Für den verstärkten Fokus auf das Lesen im Unterricht lobte Polaschek besonders das Modell von Lese-Tandems zwischen Kindern mit Leseschwierigkeiten und solchen, denen das Lesen leichter fällt.
Konkrete Ergebnissen der verstärkten Leseförderung erwartet Polaschek in den kommenden Jahren auch bei den internationalen Vergleichsstudien. Bei der bereits durchgeführten PISA-Studie, deren Ergebnisse im Dezember präsentiert werden, werde man die Resultate natürlich noch nicht sehen, aber bei den nächsten Ergebnissen hofft der Bildungsminister bereits auf sichtbare Erfolge.
Laut der im Mai präsentierten PIRLS-Studie (Progress in International Reading Literacy Study) liegt Österreich bei der Leseleistung im EU-Schnitt. Deutlich größer als in anderen Staaten sind in Österreich die Leistungsunterschiede beim Lesen nach Bildungsstand bzw. Beruf der Eltern.
Polaschek will den neuen Schwerpunkt zur Förderung der Lesekompetenz dennoch breit anlegen. Die Lesefreude zu fördern, gelte es in jeder Schule. Dort, wo ein besonderer Bedarf bestehe, werde man aber natürlich mit Förderstunden dem Förderbedarf begegnen, so der Unterrichtsminister.
(APA/Red)
