Am Donnerstag erfolgte in Rauris bei einem Überflug eine erste Bestandsaufnahme der Schäden nach dem Unwetter mit Hochwasser und Muren in Salzburg.
Die Mure im Talschluss bei Kolm Saigurn hat eine Fläche im Ausmaß von rund 25 Hektar - das sind etwa 25 Fußballfelder - verschüttet. Auf dem Berg liegen noch Unmengen an Material, die bei weiteren Unwettern ebenfalls ins Tal donnern könnten, teilte das Land Salzburg am Donnerstag mit.
"Es ist unfassbar, welche Mengen hier ins Tal gespült worden sind. Siedlungsgebiete sind aus derzeitiger Sicht glücklicherweise aber nicht in Gefahr", sagte Gebhard Neumayr, Gebietsleiter der Wildbach- und Lawinenverbauung Pinzgau, nach dem Flug.
Oberhalb von Kolm Saigurn sei das sogenannte Pilatuskar durch das Abfließen der Wassermassen 70 bis 100 Meter tief abgetragen worden, "selbst für mich in diesem Ausmaß eine völlig neue Dimension", schilderte Neumayr, der davon überzeugt ist, dass das Auftauen des Permafrosts dafür verantwortlich ist. Das vermurte Gebiet in Kolm Saigurn besteht vor allem aus landwirtschaftlichen Flächen. "Hauptwohnsitze im Tal oder das Naturfreundehaus und das Hotel Ammerer waren und sind zum Glück nicht gefährdet, obwohl noch Unmengen an Material am Berg sind, die bei künftigen Unwettern ins Tal befördert werden könnten", so Neumayr.
Landesgeologe Ludwig Fegerl wird sich
kommende Woche zusätzlich ein detailliertes Bild der Situation über dem
Raurisertal beim Pilatussee machen. "Es gibt kommende Woche eine
Laserscan-Befliegung von Georesearch mit einer Drohne im Bereich
Sonnblick und Kolm Saigurn. Mit diesen Daten lässt sich die Kubatur der
Menge des bewegten Geschiebes genauer errechnen. Wir hoffen, dass wir
dabei auch Rückschlüsse auf die Mobilisierbarkeit von Material in den
Tauerntälern im Oberpinzgau machen können", so Fegerl.