Die von Max Schrems gegründete Datenschutzorganisation noyb hat in Österreich, den Niederlanden und Italien Beschwerde gegen das zu Google gehörende Gesundheits- und Fitnessunternehmen Fitbit eingereicht.
Die NGO wirft dem Fitness-Tracker vor, gegen die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zu verstoßen, wie noyb am Donnerstag mitteilte. Fitbit zwinge neue App-Nutzer, Datentransfers in Länder außerhalb der EU zuzustimmen, ohne die Möglichkeit, die Zustimmung zu widerrufen.
Datenschützer klagen Fitness-Tracker Fitbit in Österreich
Um eine illegale Verbreitung zu verhindern, müsse das Konto vollständig gelöscht werden. "Es ist unmöglich, die Datentransfers zu umgehen", erklärte "None Of Your Business" (noyb) in einer Aussendung. Fitbit stelle zudem keine klaren Informationen über die möglichen Folgen oder die spezifischen Zielländer der Datentransfers bereit, kritisierte die NGO weiter. "Dies führt zu einer Einwilligung, die weder frei, informiert noch spezifisch ist - wodurch sie eindeutig nicht den Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) entspricht."
Fitbit verkauft Urhen die Herzfrequenz und Schlaf messen
Fitbit
verkauft Uhren, die Aktivität, Herzfrequenz und Schlaf messen. Außerdem
bietet es einen Abo-Service ab 8,99 Euro pro Monat an. Laut Fitbits
Datenschutzrichtlinie befinden sich unter den geteilten Daten neben
E-Mail-Adresse, Geburtsdatum und dem Geschlecht der Nutzerinnnen und
Nutzer auch Protokolle über Essen, Gewicht, Schlaf, Wasser oder
weibliche Gesundheit, einen Wecker und Nachrichten in Diskussionsforen
oder an Freunde in den Diensten, so noyb. Diese Daten könnten auch an
unbekannte Drittunternehmen weitergegeben werden.
Fitbit sammelt hochsensible Gesundheitsdaten
"Fitbit
möchte, dass Sie einen Blankoscheck für Datentransfers in die ganze
Welt ausstellen. Das Unternehmen sammelt hochsensible Gesundheitsdaten",
so Bernardo Armentano, Datenschutzjurist bei noyb. "Es ist erstaunlich,
dass es nicht einmal versucht, die Verwendung dieser Daten
gesetzeskonform zu erklären."
Verletzung der europäischen Datenschutz-Richtlinie
Bei einer Verletzung der
europäischen Datenschutz-Richtlinie drohen laut Nachrichtenagentur
Reuters Strafen von bis zu vier Prozent des jährlichen weltweiten
Firmenumsatzes. Im Jahr 2022 erwirtschaftete die Alphabet-Tochter Google
Erlöse von 280 Milliarden Dollar. Die in Wien ansässige Gruppe noyb hat
in der Vergangenheit zahlreiche Technologiekonzerne wegen
Datenschutz-Verstößen verklagt und teilweise milliardenschwere Strafen
erwirkt.