Am Dienstag ist Internationaler Tag gegen Nukleartests. Aus diesem Anlass ruft Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) die "Schlüsselstaaten" - Ägypten, China, Indien, Iran, Israel, Nordkorea, Pakistan und die Vereinigten Staaten - auf, den Atomteststoppvertrag endlich zu ratifizieren.
"Wir brauchen den Atomteststoppvertrag dringender denn je", betont Schallenberg laut Aussendung des Außenministeriums Dienstagfrüh. Es könne nicht sein, dass acht Staaten den Schlüssel zu unser aller Sicherheit in der Hand hielten und damit so achtlos umgingen. "Ich fordere diese Schlüsselstaaten dringend auf, endlich diesen so wichtigen Schritt für die globale Sicherheit zu setzen," erklärt der Außenminister weiter.
Alexander Schallenberg will Nukleartests "endlich" verbieten
Der 1996 angenommene Atomteststoppvertrag
verbietet alle nuklearen Testexplosionen. Das im Vertrag verankerte
globale Überwachungssystem würde die geheime Entwicklung einsatzfähiger
Atomwaffen praktisch unmöglich machen. 178 der 186 Unterzeichnerstaaten
haben ihn auch ratifiziert. Für sein Inkrafttreten fehlen allerdings
noch die Ratifikationen durch die acht genannten Schlüsselstaaten.
Österreich ist seit 1997 Vertragsstaat und ein vehementer Fürsprecher
der nuklearen Abrüstung.
Es brauche "dringend Fortschritte bei nuklearer Abrüstung"
"Die geopolitischen Spannungen zeigen,
wie dringend es nachhaltige Fortschritte bei der nuklearen Abrüstung
braucht. Russlands nukleares Säbelrasseln, Nordkoreas Raketenprogramm
und mögliche weitere Atomtests sind symptomatisch für die negativen
Entwicklungen und die dramatisch erhöhten nuklearen Risiken," drängt
Schallenberg auf rasche globale Schritte zur nuklearen Abrüstung. Die
Unterstützung für den Atomteststoppvertrag unterstreicht die
Vorreiterrolle Österreichs, das auch Sitz jener Kommission ist, die den
Vertrag für den Tag des Inkrafttretens vorbereitet (CTBTO Preparatory
Commission).
Katastrophale humanitäre Auswirkungen von Nuklearwaffen
Im Fokus des österreichischen Engagements stehen die
katastrophalen humanitären Auswirkungen von Nuklearwaffen und die hohen
Risiken der nuklearen Abschreckung. "Gerade jetzt, wo die Gefahr eines
nuklearen Konflikts höher ist als jemals zuvor, müssen wir die
humanitären Auswirkungen eines potenziellen Nuklearwaffeneinsatzes ins
Zentrum der Diskussion stellen", betont der Außenminister. Die Welt
dürfe die Augen nicht länger vor der Bedrohung durch einen Einsatz, Test
oder Unfall mit Nuklearwaffen verschließen. "Wir müssen Atomwaffen
vernichten, bevor sie uns vernichten", appelliert Schallenberg
abschließend.