Am Wochenende soll die aktuelle Hitzewelle enden. Diese dauert laut Geosphere Austria bereits überdurchschnittlich lang, wie ein Vergleich der letzten Jahrzehnte zeigt.
Hitzewellen sind in Österreich verglichen mit der Zeit bis 1990 um rund 50 Prozent häufiger und ein paar Tage länger geworden. Solche heißen Perioden werden definiert mit einer Serie von zumindest drei Tagen über 30 Grad nacheinander, die von Tagen zwischen 25 und 30 Grad unterbrochen werden können, solange die mittlere Maximaltemperatur der Periode bei 30 Grad bleibt. Die aktuelle Hitzewelle dauert laut Geosphere Austria im Norden und Osten bereits mehr als zehn Tage an.
Das ist auch für die jüngere Vergangenheit (Klimaperiode 1991 bis 2020) bereits überdurchschnittlich lang. In diesem Zeitraum dauerte eine durchschnittliche Hitzewelle an den Wetterstationen Innsbruck Universität, Linz Stadt und Wien Hohe Warte acht Tage. Derzeit sind es bis inklusive (heutigem) Mittwoch in Innsbruck 13 Tage, in Linz zwölf und in Wien elf.
Enden
wird die Hitzewelle im Westen Österreichs wahrscheinlich diesen
Samstag, im Osten und Süden frühestens am Sonntag. In der Endauswertung
liegt die Dauer dieser Hitzewelle in Innsbruck, Salzburg, Linz, St.
Pölten, Wien und
Eisenstadt dann bei etwa 15 bis 16 Tagen und ist hier somit ungefähr
doppelt so lange wie eine durchschnittliche Hitzewelle der Klimaperiode
1991 bis 2020.
Nur in Graz, Klagenfurt (bis Mittwoch je seit vier Tagen) und Bregenz (seit sechs Tagen) fällt diese Hitzewelle kürzer aus und wird ziemlich genau im Durchschnitt der vergangenen Jahrzehnte liegen. Von den Rekorden sind alle Landeshauptstädte jedoch deutlich entfernt. Die längste Hitzewelle aller Landeshauptstädte erlebten Eisenstadt, St. Pölten und Wien im Jahr 2003 mit 29 Tagen.
Auch
wenn die bisherigen Rekordlängen solch heißer Phasen schon mehrere
Jahre zurückliegen, zeigt sich ein deutliches Bild. "Im Vergleich der
Klimaperioden 1961 bis 1990 und 1991 bis 2020 sind Hitzewellen um rund
50 Prozent häufiger geworden", betont Klimatologe Alexander Orlik von
Geosphere Austria, "und eine durchschnittliche Hitzewelle dauert je nach
Landeshauptstadt mittlerweile um ein bis vier Tage länger als früher."
Beispielsweise
gab es in Linz im Zeitraum 1961 bis 1990 durchschnittlich alle drei
Jahre eine Hitzewelle und die mittlere Dauer lag bei sieben Tagen. Im
Zeitraum 1991 bis 2020 waren es schon alle ein bis zwei Jahre, mit einer
mittleren Dauer von acht Tagen. An der Wetterstation Klagenfurt
Flughafen wurde 1961 bis 1990 alle zwei bis drei Jahre eine Hitzewelle
von im Schnitt sechs Tagen verzeichnet. Im Zeitraum 1991 bis 2020 gab es
im Schnitt schon jedes Jahr eine Hitzewelle, die eine mittlere Dauer
von zehn Tagen aufwies.