FPÖ-Obmann Herbert Kickl hatte im ORF-"Sommergespräch" einen neuen Vorschlag zum Umgang mit den Politikergehältern. Weiters hat er nach wie vor kein Problem mit dem Begriff "Volkskanzler".
Der Nationalrat solle in seiner Sitzung vor Jahresende diese nicht nur auf Bundesebene, sondern auch auf Landesebene einfrieren, schlug er im ORF-"Sommergespräch" am Montag vor. Dies könne nur mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit zustande gekommen. Daher lud er ÖVP und SPÖ ein, einen dementsprechenden Antrag zu unterstützen.
Kickl im ORF-Sommergespräch
Diskussionen um Idee einer Nulllohnrunde für Spitzenpolitiker
Die
Idee einer Nulllohnrunde für Spitzenpolitiker auf Landesebene hatte
zuletzt zu Diskussionen in der FPÖ geführt. Parteichef Herbert Kickl
wollte eine Nulllohnrunde nicht nur auf Bundesebene, sondern auch auf
Landesebene umsetzen. In Salzburg und Oberösterreich entschieden sich
ÖVP-FPÖ-Landesregierungen aber dafür, die eigenen Bezüge gemäß dem
Vorschlag der Bundesregierung an die Inflation anzupassen.
Salzburgs
FPÖ-Chefin Marlene Svazek argumentierte zuletzt, an der Landespolitik
würden aber auch Bürgermeister und Vizebürgermeister hängen. Sein
Vorschlag würde diese ausschließen, argumentierte Kickl nun. Die
Beschlussfassung zu den Politikergehältern gebe es immer zu Jahresende
im Nationalrat mit Verfassungsmehrheit. Der Antrag der FPÖ soll nur das
kommende Jahr betreffen. Dann müsse man "neu bewerten".
Kickl sprach sich gegen gesetzlichen Mindestlohn aus
Kickl
sprach sich im Kampf gegen die Teuerung aber auch gegen den
Arbeitskräftemangel ein weiteres Mal für einen gesetzlichen Mindestlohn
aus - wenn das die Sozialpartner nicht zustande bringen. Dieser müsse
zumindest 2.000 Euro brutto betragen. Er nannte unter anderem die hohe
Steuerlast als Grund, warum viele EU-Bürger nicht an Jobs in Österreich
interessiert seien. Aber auch in Österreich müsse zielgerichteter
ausgebildet werden.
Gefragt wurde Kickl auch ein weiteres Mal, wie
er es denn mit den Identitären hält. Der FPÖ-Chef verglich diese mit
anderen NGOs wie etwa Greenpeace oder Global 2000, deren Projekte man im
Einzelfall auch unterstützen würde. Motto vor allem der ÖVP sei
allerdings: "Wird ihm der Bürger unbequem, punzier ihn doch als
rechtsextrem." Der Verfassungsschutz habe die Verfassung zu schützen und
nicht eine "linke Pseudomoral".
Unverändert ist auch Kickls
Einstellung gegenüber dem Klimaschutz. Selbst der Klimarat ("so etwas
Ähnliches wie die Glaubenskongregation in der ganzen Klimadebatte")
könne keine wissenschaftlich fundierten Aussagen zur Entwicklung des
Wetters machen. Eine Komplettumstellung des Systems würde lediglich die
Wirtschaft zerstören und China unterstützen, glaubt der Freiheitliche.
Die Bevölkerung werde von politischen Eliten "besachwaltet".
Kickl hat kein Problem mit dem Begriff "Volkskanzler"
Nach
wie vor kein Problem hat Kickl auch mit dem historisch belasteten
Begriff "Volkskanzler", der er nach der nächsten Wahl gerne sein will.
Er habe dabei nicht etwa an Adolf Hitler gedacht, sondern an Leopold
Figl, beteuerte er. "Das heißt ja nichts anderes als ein Kanzler aus dem
Volk, für das Volk." So würden automatische Volksabstimmungen nach
erfolgreichen Volksbegehren weiterhin Koalitionsbedingung sein.
Kritik
gab es abermals an Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der
angedeutet hatte, eine Regierung mit Kickl nicht angeloben zu wollen.
Ein Hindernis sieht er in einer solchen Haltung des Staatsoberhaupts
aber nicht: "Ich will ja den Bundespräsidenten nicht enttäuschen. Die
Wahrheit ist es ja, dass es, um eine Regierung zu bilden, keinen Auftrag
des Bundespräsidenten braucht." Es gehe um eine Mehrheit im
Nationalrat.
Kickl übte Kritik am Setting der Interviewreihe
Kickl übte im ORF-"Sommergespräch" auch Kritik am Setting der Interviewreihe. So biete das Abgeordneten-Sprechzimmer im Parlament "dafür nicht das beste Ambiente" und habe "den herben Charme eines Stasi-Verhörzimmers".