Die Lehrpläne im sonderpädagogischen Bereich sollen modernisiert und erneuert werden. Sie sollen auf den Lehrplänen der Volks- und Mittelschule basieren, die ebenfalls erneuert werden, teilte das Bildungsministerium auf APA-Anfrage mit.
Die Grundlagen des aktuellen Sonderschul-Lehrplanes stammen noch aus den 1960er-Jahren. Im Schuljahr 2023/24 startet mit der 1. bzw. 5. Schulstufe "rollierend" die Einführung neuer Lehrpläne für Volks- und Mittelschule sowie AHS Unterstufe, heißt es aus dem Bildungsministerium. Dabei sollen u.a. Fachinhalte und didaktische Grundsätze modernisiert sowie der fächerübergreifende Unterricht mit der Einführung übergreifender Themen verbindlich verankert werden. Auch die Schulbücher werden komplett neu aufgelegt, die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften weiterentwickelt.
Rund 29.850 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden (Stand 2021/22) zumindest teilweise nach den Lehrplänen der Sonderschule in Sonderschulklassen oder inklusiv in Regelschulen bzw. an Sonderschulen unterrichtet. Auch für sie werden die neuen Lehrpläne in Zukunft die inhaltlichen Grundlagen bilden. Der sonderpädagogische Bereich wird damit an die Lehrpläne
von Volks-, Mittelschule oder AHS-Unterstufe angepasst. Die
Modernisierung soll die gleichen Lerninhalte bei entsprechend
angepassten Komplexitätsanforderungen sowie die didaktischen Grundsätze
der Volksschule und Mittelschule mit flexibleren Förderschwerpunkten
kombinieren.
Angeboten werden die vier Förderbereiche Sehen/Blindheit, Hören/Kommunikation, Motorik/Bewegung sowie Emotionale-Soziale Entwicklung. Für
Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im
Bereich der sozial-kognitiven Entwicklung wird ein eigenständiger Lehrplan entwickelt.
Kinder
mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen würden natürlich ergänzende
Unterstützung erhalten und in einem anderen Tempo sowie mit anderen
Methoden lernen, begrüßte auch die Grüne Bildungssprecherin Sibylle
Hamann im Ö1-"Morgenjournal" die Änderungen. "Aber grundsätzlich
beschäftigen sie sich mit denselben Inhalten und Themen wie alle anderen
Kinder auch." Hamann fordert außerdem, dass das Thema inklusiver
Unterricht gut in Aus- und Fortbildung von Pädagogen verankert wird.
Die Vorarbeiten für die Lehrpläne unter Einbindung von Expertinnen und Experten finden bereits seit Monaten statt, so das Ministerium. Im Schuljahr 2023/24 sieht man die inhaltliche Erstellung sowie legistische Umsetzung vor, weitere Stakeholder, Experten, Praktiker sowie Professoren von Universitäten und Pädagogischen Hochschulen würden eingebunden. 2024/2025 sollen die Schulbücher angepasst und Fort- und Weiterbildungen für Lehrkräfte dafür angeboten werden, 2025/26 die Umsetzung der modernisierten Lehrpläne an den Schulstandorten beginnen.