Rund um die Insolvenz der Möbelkette Kika/Leiner will die FPÖ weiterhin die "politische Verantwortung" in einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss aufarbeiten.
Erstmals hatten die Freiheitlichen einen U-Ausschuss Mitte Juni gefordert. Es gehe unter anderem um "Steuerstundungen von rund 150 Mio. Euro" sowie "eventuelle widerrechtlich erhaltene Millionen an Steuergelder wie AMS-Förderungen - und das ohne Sicherheiten", hieß es am Montag in einer FPÖ-Aussendung.
Die SPÖ hat sich bisher die Zustimmung zu einem
Kika/Leiner-U-Ausschuss offen gelassen. Ende Juli pochten die
Sozialdemokraten angesichts der Kika/Leiner-Insolvenz erneut auf eine
Änderung des Insolvenzrechts. "Wir befinden uns gerade in Gesprächen mit
den anderen Oppositionsparteien zum nächsten
Untersuchungsausschussthema und wollen diesen nicht vorgreifen", hieß es
aus der SPÖ-Pressestelle am Montagnachmittag auf APA-Anfrage.
Die Zahlungen für Förderungen des Arbeitsmarktservice (AMS) an die Firmengruppe Kika/Leiner haben sich seit Anfang 2020 bis Mitte Juni 2023 auf 21,1 Mio. Euro belaufen, geht aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung von Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) an FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker von Mitte August hervor.
Neben der Aufarbeitung des "Kika/Leiner-Skandals" will Hafenecker auch den "Malversationskomplex" COFAG unter die Lupe nehmen. Man könne beim anvisierten U-Ausschuss
auch die Covid-19-Finanzierungsagentur des Bundes (COFAG) zum
Untersuchungsgegenstand machen. Die SPÖ hat sich bisher die Zustimmung
offen gelassen. Ende Juli pochte die SPÖ angesichts der Kika/Leiner-Insolvenz erneut auf eine Änderung des Insolvenzrechts. Zu einem möglichen U-Ausschuss äußerten sich die Sozialdemokraten damals nicht.
Ein U-Ausschuss kann mittels Minderheitsbeschluss mit einem Viertel der Abgeordneten des Nationalrats erfolgen. Das sind 46 Abgeordnete, die die Einsetzung verlangen müssen. Die FPÖ alleine hat 30 Nationalratsmandatare, die SPÖ 40. Alternativ können fünf Abgeordnete die Einsetzung beantragen und der Nationalrat würde darüber abstimmen.