Als Reaktion auf die hohen Gewinne der Geldinstitute hat Italien eine Bankensteuer eingeführt. Dazu sieht Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) in Österreich keinen aktuellen Bedarf.
Das "ist derzeit nicht vorgesehen", sagte er am Mittwoch im "Ö1-Mittagsjournal". Er verwies auf Maßnahmen der Banken um die Kundenfreundlichkeit und Transparenz zu stärken, hier gebe es laufend Gespräche dies weiter auszubauen. Man müsse schauen, wie die Banken die derzeitige Situation noch verbessern könnten, so der Minister.
Finanzminister Brunner: Bankensteuer nicht vorgesehen
Am gestrigen Dienstag
hatte die FPÖ eine "Übergewinnsteuer" für die Banken eingefordert und
dies mit der "massiven Schieflage bei Soll- und Habenzinsen" begründet.
"Die Europäische Zentralbank erhöht in immer schnelleren Schritten den
Leitzins, der nun bereits bei 4,25 Prozent liegt. Vielen Kreditkunden
ist damit die Rückzahlung ihres Bau- oder Wohnkredites mittlerweile
unmöglich geworden. Österreichs Banken fahren jedoch einen Rekordgewinn
nach dem anderen ein. Die Sparer jedoch gehen durch minimale Habenzinsen
quasi leer aus", erklärten FPÖ-Parteiobmann Herbert Kickl und der
freiheitliche Budget- und Finanzsprecher Hubert Fuchs.
Schieflage zulasten der Sparer und Kreditnehmer eingetreten
Hier sei
eine Schieflage zulasten der Sparer und Kreditnehmer eingetreten, die es
zu korrigieren gelte. Nach italienischem Vorbild könnten die so
eingenommenen Gelder zweckgebunden an Menschen ausbezahlt werden, "die
sich ihr Dach über dem Kopf nicht mehr leisten können". "ÖVP und Grüne
müssen endlich aus ihrer Komfortzone und ihrer
Großkonzern-Klientelpolitik herauskommen", forderten Kickl und Fuchs.
Italienische Regierung kündigte 40-prozentige "Übergewinn"-Steuer an
Gestern
hatte die italienische Regierung angekündigt, eine 40-prozentige Steuer
auf "Übergewinne" der Banken einzunehmen. Damit sollen bis Jahresende
über zwei Milliarden Euro in den Staatshaushalt gespült werden. Die
Einnahmen sollen zur Unterstützung von Hypotheken-Kreditnehmern und zur
Senkung von Abgaben verwendet werden.
Mailänder Börse reagierte auf heftige Turbulenzen
Die Mailänder Börse
reagierte mit heftigen Turbulenzen auf den überraschenden Beschluss der
Regierung von Premierministerin Giorgia Meloni, worauf die Regierung
eine Obergrenze gesetzt hat. Die Einnahmen aus der Steuer würden 0,1
Prozent der Bilanzsumme der Institute nicht überschreiten.
Auch andere europäische Länder wie Spanien und Ungarn haben bereits Sondersteuern für Banken eingeführt.