Weil Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) bis 31. Juli keinen sogenannten Progressionsbericht zur Abgeltung der kalten Progression im Nationalrat vorgelegt hatte, wirft die SPÖ ihm Gesetzesbruch vor.
"Gesetze nicht einzuhalten ist kein Kavaliersdelikt. Es handelt sich um einen klaren Gesetzesbruch des Finanzministers und der Regierung", sagte SPÖ-Finanzsprecher Jan Krainer gegenüber der APA. Brunner kündigte indes die Präsentation für kommenden Dienstag an.
"Die Menschen
leiden unter der Teuerung, die Regierung verweigert die Arbeit, geht auf
Urlaub und bricht dabei ihre eigenen Gesetze", kritisierte Krainer. Die
SPÖ verlangte eine rasche Übermittlung des Progressionsberichts an das
Parlament. Krainer will nun "genau prüfen, welche weiteren Schritte wir
einleiten werden, wenn die Regierung sich nicht an ihre eigenen Gesetze
hält. Das kann bis zu einer Ministeranklage gehen", so der rote
Abgeordnete.
In puncto Abschaffung der kalten Progression hat die
Bundesregierung beschlossen, dass die Einkommenstarife jährlich
automatisch zu zwei Drittel an die Teuerung angepasst werden. Wie das
verbleibende Drittel verwendet wird, soll jedes Jahr bis 15. September
entschieden werden. Das Volumen dafür wird jeweils mittels eines von
WIFO und IHS errechneten Progressionsberichts festgelegt. Und dieser ist
per Gesetz bis 31. Juli dem Nationalrat vorzulegen.
"Der
Progressionsbericht wurde von IHS und WIFO bis 31.7. erstellt und dem
BMF vorgelegt - so wie es das Gesetz vorsieht", heißt es nun in einem
Statement aus dem Finanzministerium gegenüber der APA. Gleichzeitig mit
der öffentlichen Präsentation werde der Progressionsbericht dem
Nationalrat übermittelt.