Am Sonntag ging der Kampf zur Beseitigung der Hochwasserschäden in der Steiermark, Kärnten und dem Südburgenland weiter. Die Gefahr abrutschender Hänge besteht weiterhin.
Der Regen im Laufe der Nacht ist überall in Schauer übergegangen oder hatte ganz aufgehört. Nachströmendes Wasser und durchnässte, abrutschende Hänge sorgten für die Feuerwehren für ständig neue Einsätze und Evakuierungen. Flüsse wie Gurk oder Mur stiegen weiter stark an, andere wie die südsteirische Sulm hatten bereits die rote Hochwassermarke erreicht.
Weiter Hochwassergefahr im Süden Österreichs
In Kärnten waren
weiterhin fünf von zehn Bezirken von den Überschwemmungen betroffen.
Während sich die Lage in den neuralgischen Orten St. Paul im Lavanttal
und Viktring bei Klagenfurt stabilisierte, der Krisenstab der Stadt von
"erstmals einer leichten Entspannung der Situation" sprach, mussten in
der Gemeinde Brückl (Bezirk St. Veit) 20 Haushalte mit rund 50 Personen
wegen eines befürchteten Hangrutsches evakuiert werden. Ein Teil der
Betroffenen verweigerte dies aber laut dem ORF. Auch in der Gemeinde
Keutschach (Bezirk Klagenfurt-Land) mussten 20 Häuser evakuiert werden.
In Klagenfurt komme die Feuerwehr mit dem Auspumpen der Keller nicht
nach, da ständig Wasser nachlaufe. Auch sei laut Stadtkommunikation das
Kanalsystem am Rande der Aufnahmefähigkeit.
APA/FEUERWEHR-APFELBERG/THOMAS ZEILER
Rekordzahl an Einsatzkräften bekämpften das Hochwasser
Eine Rekordzahl an
Einsatzkräften stand am Samstag im Kampf gegen das Hochwasser, jeweils
2.500 Feuerwehrleute in Kärnten und der Steiermark. Die beiden
Landesregierungen bzw. die Bundesregierung sicherten rasche Hilfe zu.
Auch Feuerwehren aus anderen Bundesländern, konkret Niederösterreich,
halfen. Trotz der extremen Belastung gab es auch grenzüberschreitende
Hilfsaktionen. Im slowenischen Mežica half die Besatzung eines
Notarzteinsatzfahrzeuges aus dem Bezirk Völkermarkt. Die Rettungskräfte
konnten ein 14 Tage altes Baby wohlbehalten gemeinsam mit seiner Mutter
ins Klinikum Klagenfurt bringen. In der Nacht auf Sonntag konnten
Kärntner Feuerwehrleute auch Kärntner Urlauberfamilien nach Hause
bringen, die vom Hochwasser auf einem slowenischen Campingplatz
überrascht worden waren.
Slowenische Orte, die nur von Kärnten aus erreichbar waren
Darüber hinaus wurden weiterhin mehrere
slowenische Orte, die nur von Kärnten aus erreichbar waren, von dort aus
versorgt. Mache Schadereignisse wirkten sich auch grenzüberschreitend
aus - so war die Lavamünder Straße (B80) an der Staatsgrenze in beiden
Richtungen gesperrt, weil auf slowenischer Seite eine Brücke beschädigt
wurde.
EUROPE-WEATHER/FLOODS-AUSTRIA
© Unwetter in Südösterreich
Pegel von Flüssen und Bächen in der Steiermark wieder gesunken
In der Steiermark sank in den meisten betroffenen Gebieten
der Pegel der Flüsse und Bäche. Jener der Mur stieg jedoch deutlich an,
wie eine Übersicht der Landesregierung Steiermark zeigte. Sowohl in Graz
als auch in Mureck an der slowenischen Grenze wurden höhere Pegel
gemessen. Dies wurde vor allem im Nachbarland Slowenien mit großer Sorge
gesehen. Dort war nämlich am Samstag bereits ein Damm gebrochen,
mehrere Orte mit hunderten Bewohnern mussten vorsorglich evakuiert
werden.
Drexler: "Das Ausmaß sei zur Zeit noch nicht abschätzbar"
Die steirische Landesspitze zeigte sich nach den Terminen
in der Region betroffen vom Ausmaß der Schäden, die in manchen Gebieten
aufgetreten sind. "Das Ausmaß sei zur Zeit noch nicht abschätzbar, so LH
Christopher Drexler (ÖVP) und LHstv. Anton Lang (SPÖ) unisono. Man
werde sich für eine rasche Unterstützung von besonders betroffenen
Privathaushalten wie auch der betroffenen Gemeinden einsetzen. Laut dem
dafür auch zuständigen Lang dürften die Schäden an Gemeinde-, Landes-
und Bundesstraßen enorm sein. Es werde dauern, bis man hier nach den
Kontrollen des im Dauereinsatz befindlichen Straßendienstes einen
Überblick habe.
Mehrere Gemeinden in der Steiermark seien Katastrophenfall
Die Wetterlage hatte sich jedenfalls in den
Katastrophengebieten - in der Steiermark war laut Kommunikation
Steiermark eine weitere Gemeinde, das südsteirische Gamlitz - zum
Katastrophenfall erklärt worden - beruhigt. Die Regenfälle zogen in der
Steiermark ins Oberland ab, waren dort aber nicht von sturzbachartigem
Ausmaß. Der Katastrophenfall wurde für folgende Gemeinden festgestellt:
Paldau, Bad Gleichenberg, Gnas, Straden, in der Stadtgemeinde Mureck
(Ortsteil Gosdorf und Fluttendorf), Leibnitz, Heimschuh (Ortsteil
Heimschuh), für Kitzeck im Ortsteil Fresing und St. Johann (Ortsteile
St. Johann und Saggau). Des weiteren galt der Katastrophenfall für St.
Veit in der Südsteiermark (Ortsteile Seibersdorf, Rabenhof und
Neutersdorf), Wagna, Straß, eben Gamlitz, Eibiswald (Ortsteile Aibl,
Großradl und Pitschgau), Wies (Ortsteile Wies und Wernersdorf) und St.
Peter im Sulmtal.
Credit:
©APA/FF FLADNITZ IR
Eichhörnchenbabys vor Unwetter gerettet
Bei all der Beseitigung großer Schäden fanden
die abgekämpften Feuerwehrleute auch Zeit für Hilfe im Kleinen: Die
Angehörigen der Wehr Fladnitz im Raabtal beseitigen am Freitagnachmittag
im Ortsteil Bachergraben einen umgestürzten Baum: In Inneren entdeckten
des hohlen Stammes sie dann drei Eichhörnchenbabys. Die drei kleinen
Eichhörnchen wurden in die Obsorge des Vereins "Kleine Wildtiere in
großer Not" nach Graz-Mariatrost gegeben.
Das Rote Kreuz bittet um Spenden unter IBAN: AT57 2011 1400 1440 0144, BIC: GIBAATWWXXX, Erste Bank: BLZ: 20.111, Kennwort: Hochwasser