Erneut gibt es zwischen Theaterregisseur Paulus Manker und den Betreibern des Südbahnhotels am Semmering Streit.
Nach Polizeiangaben vom Samstag stand die "Alma"-Vorstellung am Freitagabend kurz vor dem Abbruch durch die Behörde. Aufregung hatte es laut Medienberichten auch schon am Vortag gegeben. Auslöser dürften unterschiedliche Auffassungen zu Kartenkontingenten sein.
Bereits am Donnerstag hätten sich "tumultartige Szenen" beim Einlass zu "Alma" ereignet, schrieb die Südbahnhotel Kultur GmbH auf ihrer Website (www.suedbahnhotel-kultur.at). Auslöser sei die Weigerung Mankers gewesen, jene zehn Besucherinnen und Besucher einzulassen, "die ihre Karten direkt bei Südbahnhotel Kultur gekauft hatten". Die Situation sei nicht eskaliert, "denn unser Sicherheitsdienst hat besonnen agiert und die Vorstellung konnte pünktlich beginnen". Verwiesen wurde auf das "vertragliche Recht", dass Südbahnhotel Kultur zehn Karten pro Aufführung für den eigenen Vertrieb zustünden.
Die Vorstellung am Freitag sei knapp davor gestanden, polizeilich abgebrochen werden zu müssen. Wiederum habe Manker
den Zutritt zum Haus verwehrt, nicht nur den zehn Besucherinnen und
Besuchern (mit bei Südbahnhotel Kultur gekauften Tickets, Anm.),
"sondern auch uns als Co-Veranstalter und Vertreter des Hauseigentümers,
mit der lautstarken Begründung, wir hätten kein Recht sein (!) Haus zu
betreten, wir hätten keine Tickets, seien Betrüger, Verbrecher, usw.
usf". Es seien zehn Schläger in Stellung gebracht worden, "dabei gab es
auch eine verletzte Person", war auf der Website zu lesen.
Erst als die Polizei eingetroffen sei und die Räumung des Südbahnhotels von Raum zu Raum begonnen habe, sei Manker klar geworden, "dass die Vorstellung tatsächlich abgebrochen wird". Einige Dutzend Besucherinnen und Besucher hätten den Regisseur aufgefordert, "doch bitte diese zehn Personen einzulassen - erst dann lenkte er ein und die Räumung konnte ausgesetzt werden".
Mankers
Ehefrau Elisabeth Auer teilte der APA am Samstag mit, dass sie und ihr
Mann am Donnerstag "körperlich attackiert" worden seien und Strafanzeige
eingebracht hätten. Die Südbahnhotel Kultur GmbH habe "illegal
Eintrittskarten für unsere Vorstellung verkauft und wollte den Besitzern
dieser Eintrittskarten gewaltsam Zutritt gewähren. Sie hatte dafür
einen Schlägertrupp engagiert", der die Vorstellung über anwesend
gewesen sei, "Wein getrunken und unsere Schauspielerinnen belästigt hat
und der unseren Regisseur und Kokoschka-Darsteller Paulus Manker auf Schritt und Tritt verfolgt und bedroht hat".
Manker
habe am Freitag, nach den Vorfällen vom Vortag, Securities und einen
Detektiv engagiert, so Auer weiter. Die Situation sei erneut eskaliert.
Die Polizei habe beschlossen, die Veranstaltung zu beenden. Letztlich
sei die Aufführung jedoch "regulär und ordnungsgemäß" weitergelaufen und
zu Ende gegangen.
Für die Vorstellung am (heutigen) Samstag wurde laut Südbahnhotel Kultur ein Koordinationstermin der Bezirkshauptmannschaft angekündigt. Es soll festgestellt werden, "ob und unter welchen Voraussetzungen" weitere Vorstellungen von "Alma" stattfinden könnten. Die Südbahnhotel Kultur GmbH und Mankers ALMA Theaterproduktion GmbH standen zuletzt auch schon vor Gericht.