Im Juli 2023 hatten die Kärntner Feuerwehren so viele Unwetter-Einsätze in einem Monat, wie sonst in einem ganzen Jahr.
3.926 Mal waren die ehrenamtlichen Helfer wegen umgestürzter Bäume, abgedeckter Dächer oder über die Ufer getretener Bäche im Einsatz gewesen, sagte der Leiter der Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ), Hans-Jörg Rossbacher, auf APA-Anfrage. Vor allem die Bezirke Völkermarkt, Klagenfurt-Land und Klagenfurt habe es schlimm erwischt.
Sturm und Regen hätten die 343 Feuerwehren, die sich zeitweise im Dauereinsatz befanden, im Juli am meisten beschäftigt. Die Orkanböen hätten neben den abgedeckten Dächern, die es abzudichten galt, auch eine Vielzahl an umgestürzten Bäumen zur Folge gehabt. Verkehrswege mussten rasch wieder frei gemacht werden. Daneben haben starke Regenfälle zu vielen kleinräumigen Überflutungen geführt, Keller mussten ausgepumpt und Geröll von den Straßen geräumt werden.
Auch
im städtischen Bereich habe es viele Überflutungen gegeben, da die
Sickerflächen fehlen würden und das Wasser sich an den Abläufen gestaut
habe. "Der Sturm hat Blätter und kleine Äste von den Bäumen gerissen,
die haben die Einläufe verlegt, oft war da auch Hagel mit dabei. Da
konnte das Regenwasser nicht schnell genug abfließen", erklärte
Rossbacher. Knapp über 4.000 unwetterbedingte Einsätze hatten die Kärntner Feuerwehren im gesamten Jahr 2022 geleistet.
Für
viele Feuerwehrleute seien es sehr intensive Tage gewesen, teilweise
seien sie tagelang nur zwischen Arbeit und Einsatz hin- und
hergependelt. "Von dem lebt das Ehrenamt", sagte Rossbacher. In Kärnten
gibt es nur in Klagenfurt eine Berufsfeuerwehr, alle anderen
Feuerwehren werden von rund 24.700 Ehrenamtlern, davon 19.570 Aktive,
betrieben. Laut dem LAWZ-Leiter sei das Bewusstsein für die Leistungen
der Ehrenamtler am Land besser verankert als im städtischen Gebiet, dort
ortet er eine gewisse Selbstverständlichkeit, "dass die Feuerwehr das
schon richten wird". Das Wesentliche aber ist für Rossbacher, dass den
Leuten, die in Not sind, geholfen werde. Dafür sei auch von Bedeutung,
dass etwa Betriebe ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Einsätzen
gehen lassen, was in Kärnten seiner Meinung nach aktuell kein Problem darstelle.